| 00.00 Uhr

Langenfeld
Bratäpfel schmecken auch bei 19 Grad

Langenfeld: Bratäpfel schmecken auch bei 19 Grad
Ann-Sophie Aßmann bastelte Adventskränze mit den Kindern von Besuchern, die sich währenddessen in aller Ruhe umsehen konnten. FOTO: Ralf Matzerath
Langenfeld. Auf dem Markt der Immigrather CDU bastelte Ann-Sophie Aßmann Kränze mit Kindern.

Es ist bitterkalt. Eiskristalle glitzern auf der Schneedecke, auf der zwei Skifahrer zu Tal rauschen. Über ihren Köpfen pendeln zwei Gondeln der Seilbahn. Für weniger als 50 Euro ist diese Winter-Miniatur bei Willi Bähr zu haben. Doch mit einem Satz reißt er den Betrachter aus den Gletscher-Träumen: "Es ist einfach zu warm, um in Weihnachtsstimmung zu kommen", sagt der Händler auf dem Bratapfelmarkt.

Gewiss, die Stammkunden seien am Vormittag gekommen, um sich mit allerlei Adventsdeko einzudecken, und so ein Schneemann aus Blech hält auch mal 20 Grad im November aus. Aber ab mittags tröpfelte es nur noch auf der Besucherseite in der Stadthalle. Immerhin versöhnte ein Andrang von mehreren hundert Schaulustigen am Sonntag die 65 Aussteller. Der Langenfelder bleibt seinen Gewohnheiten treu. Und da gehört der Bratapfelmarkt, organisiert von der CDU Immigrath, seit 16 Jahren fest dazu. Dort gibt es Dinge, die es anderswo nicht gibt. Auf diesen Satz lässt sich Bratapfelmarkts Erfolgsrezept zusammenfassen.

Kai Terrahe steht dafür. Im Berufsleben ist er Computerspezialist. "So vier bis fünf Mal pro Monat sammle ich Holz, das am Rheinufer angeschwemmt wurde", erzählt er. Zuhause im Keller überlegt Terrahe, was er mit den Fundstücken anfangen kann. Die bleiben im Originalzustand, bekommen einen alten Löffel als Kopf und ein Hufeisen als Flügelpaar - fertig ist der Neander-Glück-Engel. So entstehen Tischlampen, kleine Stelen, manchmal Vogelskulpturen. "Die habe ich aus Holzstücken zusammengesetzt."

Marion Wichert, Gudrun Witze und Gudrun Knipschild vom Langenfelder Frauenchor 1976 verkauften, was die 70 Chordamen in Gläser, Fläschchen und Beutel verpacken konnten. Den adventlichen Dreiklang: Plätzchen, Likörchen, eingekochte Marmelade. Der Erlös, im Vorjahr immerhin um die 500 Euro, wird in die Chorkasse für den geplanten Bodensee-Ausflug gesteckt.

Zu warm? Drei Damen schütteln ihr Haupthaar: "Ach wo, Plätzchen kann man immer essen." 700 Bratäpfel im Schlafrock an 72 Litern Vanillesause auch. Gestern Abend war alles, was Dr. Barbara Aßmann eingekauft hatte, verputzt.

Aßmann organisierte den Bratapfelmarkt zum ersten Mal. Sie hatte die Aufgabe von Dr. Hildegard Welfens übernommen. "Ohne die 15 fleißigen Helfer, die bereits morgens um sechs Uhr beim Aufbau halfen, hätte ich das nicht gepackt", gibt die CDU-Vorsitzende bei einer Verschnaufpause auf den Stufen vor der Stadthalle unumwunden zu. "Es ist wärmer als beim Ostermarkt", murmelte sie. Na ja, nicht zu ändern.

(dne)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld: Bratäpfel schmecken auch bei 19 Grad


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.