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Langenfeld/Monheim
Bürger im Kreis nutzen Auto öfter als anderswo

Langenfeld/Monheim. Der Kreis Mettmann hat jetzt die Ergebnisse der aktuellen Mobilitäts-Umfrage veröffentlicht. Von Alexandra Rüttgen

Welche Strecken von welcher Länge bewältigen die Menschen im Kreis Mettmann mit welchem Verkehrsmittel? Wie stark wird der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) genutzt? Antworten auf diese Fragen geben jetzt Ergebnisse des Forschungsprojekts "Mobilität in Städten", das von der Technischen Universität Dresden in über 300 Städten und Gemeinden Deutschlands durchgeführt wurde.

Auch der Kreis Mettmann beteiligte sich daran und zahlte die Kosten. Wichtigstes Ergebnis: Rund 48 Prozent aller Haushalte im Kreis Mettmann verfügen über mindestens ein Auto, das zu privaten und beruflichen Zwecken genutzt wird. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert: "In Düsseldorf liegt er unter 40 Prozent. In Gemeinden mit viel ländlicher Umgebung darüber", sagt Professor Gerd-Axel Ahrens, wissenschaftlicher Betreuer der Studie. Dazu passt, dass zugleich der ÖPNV vergleichsweise schwach genutzt wird: Nur jeder Zehnte nutzt der Umfrage zufolge Bus und Bahn. Und mit über 71 Prozent nutzt die Mehrzahl der Pendler immer noch das Auto auf der Strecke von und zur Arbeit. Und das, obwohl 78 Prozent aller Befragten eine Bushaltestelle innerhalb von einer bis fünf Minuten erreichen können.

Die Erreichbarkeit beziehungsweise Erschließungswirkung der über 100 Buslinien im Kreisgebiet ist damit "weitgehend lückenlos", urteilen die Verfasser der Studie. Auch die Anschlüsse zwischen Bus und Schiene seien gut aufeinander abgestimmt. Der ÖPNV im Kreis zeichne sich durch ein "engmaschiges und integriertes Nahverkehrsangebot" aus.

Die Ergebnisse werden jetzt beim Kreis Mettmann und in den kreisangehörigen Städte analysiert und beraten. Den Anfang machte gestern der Ausschuss für Angelegenheiten des Öffentlichen Personennahverkehrs des Kreises Mettmann.

Die Mobilitätsstudie soll die Ergebnisse des dritten und zurzeit aktuellen Nahverkehrsplans (NVP) für den Kreis Mettmann nicht ersetzen, sagt Marcel Beckmann, Nahverkehrsplaner der Kreisverwaltung. Sie soll vielmehr Schlaglichter vor allem auf "künftige ÖPNV-relevante Fragestellungen und Konzepte" liefern. Gerd-Axel Ahrens von der TU Dresden warnt denn auch davor, dem Auto noch mehr Raum zu geben: Vor allem ältere Menschen nutzen überdurchschnittlich häufig das Auto, während Jüngere häufiger zu Fuß gehen, das Rad oder den ÖPNV wählen. Sie aber seien die Zukunft. "Man sollte nicht kurzfristige Verkehrspolitik betreiben mit Blick auf die Alten, sondern stärker auf nachhaltige Ziele wie den Klimaschutz eingehen", betont Ahrens.

Quelle: RP
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