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Monheim
Bürger regen für Kämpe Rollator-Route an

Monheim. Im Moment beteiligen sich am Aktionsplan "Monheim inklusiv" zu wenige Menschen, die davon eigentlich profitieren sollen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Als der Ausschuss für Generationen und Soziales vor knapp einem Jahr den Aktionsplan Monheim inklusiv verabschiedete, misstrauten einige Kommunalpolitiker der Verbindlichkeit ihres Beschlusses. Sie forderten, dass das Rathaus regelmäßig über umgesetzte Maßnahmen berichten solle. An der nunmehr zum dritten Mal aktualisierten Maßnahmen-Liste lässt sich erkennen, dass das Rathaus den selbst angestoßenen Inklusionsprozess natürlich ernst nimmt: So sind etliche Positionen mit einem avisierten Umsetzungszeitraum gekennzeichnet, wie etwa der neue Seniorenratgeber, der im Herbst herauskommen soll. Ein barrierefreier Zugang zum Piwipper Böötchen wird in Zusammenhang mit dem neuen Schiffsanleger geschaffen. "Allein an der letzten Ratssitzung kann man erkennen, dass wir das Thema Inklusion längst in der laufenden Verwaltungstätigkeit bearbeiten", sagt der Inklusionsbeauftragte Roland Liebermann und verweist auf die städtischen Sprachkurse für Asylbewerber oder die Teilnahme am Wettbewerb inklusive Schule.

Das Besondere an dem Aktionsplan sei, dass er sowohl die durch die Arbeitsgruppen vertretende Bürgerschaft als auch die Verwaltung erfasse. An die als Bürger-Netzwerk fortbestehenden Arbeitsgruppen stellt Liebermann dabei die Erwartung, dass sie ihre Ideen eigenständig verfolgen. So ist Walter Klomp mit seinem Vorschlag, ein Internetcafé für Jung und Alt einzurichten, gerade im Gespräch mit den Betreibern des Rheincafés. Helmut Heymann berichtet, dass er sich gemeinsam mit Elke Löpke von der Biologischen Station für eine rollatorgängige Route rund um die Urdenbacher Kämpe, den Weg der Inklusion, eingesetzt habe. Die Stadt Düsseldorf, auf deren Stadtgebiet der jetzige Weg liegt, hält indes umfangreiche gutachterliche Untersuchungen für nötig. Laut einer Mitteilung des Bereichs Bauwesen soll aber der geplante Hellerhofweg noch in diesem Jahr ausgebaut werden.

Der auf Bürgerbeteiligung angelegte Inklusionsansatz der Stadt krankt derzeitvor allem daran, dass sich die Bevölkerungskreise, denen damit eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden soll, nicht einbringen. Der nächste Inklusionstag nach den Sommerferien soll daher dazu dienen, das Thema noch mehr ins Bewusstsein zu rücken, sagt Liebermann. "Die Arbeitsgruppen werden derzeit dazu befragt, wie mehr Betroffene gewonnen werden könnten", erklärt Katarina Mendez vom Inklusionsbüro. Wenn eine Kommune strategische Ziele wie die "Stadt für alle" festlege, sollte die Bürgergesellschaft mitziehen, sagt Liebermann. "Auch die Vereine müssten sich Gedanken machen, ob sie gewisse Personenkreise - vielleicht unbewusst - ausgrenzen." Das könne man nur in der Kommunikation mit den Betroffenen ergründen. Auch die Wirtschaft wolle er beim nächsten Inklusionstag gezielt ansprechen. Insgesamt möchte er den Inklusionsprozess dadurch stärken. Im Moment arbeiteten rund 50 Bürger mit, das sei "ausbaufähig".

Walter Klomp, für die Seniorenunion Mitglied im Generationenausschuss, hatte sich selbst in einen Rollstuhl begeben, um für die Arbeitsgruppe "öffentlicher Raum" zu erkunden, wie es um die Barrierefreiheit in Monheim bestellt ist. Deshalb begrüßt er, dass dieser Aspekt bei der Umgestaltung der Hauptstraße berücksichtigt wurde. "Der Bürger muss sehen, dass etwas passiert", sagt er. Und von Maßnahmen, wie mehr öffentlichen Toiletten, barrierefreien Zugängen zu Geschäften und Gaststätten profitiere jeder Monheimer irgendwann mal in seinem Leben - sogar die jetzt noch jungen Peto-Mitglieder.

Quelle: RP
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