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Monheim
Bürgerwiese: zwölf Stunden Rockmusik

Monheim. Das Open-Air-Festival bot am Samstag ab 13 Uhr zehn Bands eine Bühne und wurde so zu einem Musik-Spektakel für die ganze Familie. Von Dirk Neubauer

Woodstock hatte Unmengen von Matsch, die Bürgerwiese am Kielsgraben hat kostenfreies W-Lan, Passwort "Jens ist doof". So verbreitete sich in Windeseile im weltweiten Netz, was dort am Samstag über die Bühne ging. Zehn Bands hatte das neunte Rhein-Rock Open-Air-Festival zusammen gebracht - vom Ur-Monheimer "Clowns Project", das sich rund um ihren Frontmann Christopher erst im zweiten Band-Jahr befindet - bis hin zur Hauptband des Bühnenspektakels: "Masterplan". Die Musiker machten irgendwann nach Mitternacht mit dem letzten Riff den Sack zu. Da waren die ehrenamtlichen Festival-Organisatoren glücklich. Bei idealem Festivalwetter hatte die Zuschauerzahl die Tausendergrenze geknackt.

Szenenwechsel: Zwei Männer, eine Wolldecke - vier Augen schauten in den Himmel über Baumberg. Während im Hintergrund die Essener Band "Breath Atlantis" gegen 19.15 Uhr die vielen, ganz in Schwarz gekleideten Menschen auf der Wiese in Stimmung spielte, ließen sich die beiden Himmelgucker von niemandem stören. Immer neue Fantasie-Gebilde aus Wolken schoben über den Rhein: "Echt krass!", meinte einer der beiden Besucher.

Auch für solch meditative Geister hatte die Bürgerwiese also genug Platz. An einigen Bierzelt-Tischen saßen drei Festival-Generationen friedlich und entspannt beieinander: Oma rockte, Papa war bis auf die Stirn tätowiert und die Tochter hüpfte schließlich in Richtung Bühne davon.

Bereits als die Wiese gegen 13 Uhr öffnete, hatten sich knapp 200 Fans versammelt. Auf "Clowns Project" folgte die Band mit dem unvorteilhaftesten Namen des Tages und zugleich eine der größten Überraschungen. Die Latzhosenmänner von "Dickes Gebäude" aus Remscheid belegten mit ihrem melodiösen Elektro-Rock, warum sie bereits drei Nachwuchswettbewerbe für sich entscheiden konnten. Und wie das so ist: Mittlerweile ist "Dickes Gebäude" eine Marke - keine Chance mehr auf einen hübscheren Namen.

Einmal Hilden, zweimal Langenfeld: mit "Red 42" - Alternativ-Rock aus der Itterstadt, "Ancorae" und "At the Moment" tanzte sich das Festival ordentlich in Stimmung. Dann machten die Düsseldorfer "Hilos" nach ihrer Dreiviertelstunde Platz für angesagte Lokalmatadore: "Epilirium" aus Monheim hatte sich in den zurückliegenden elf Jahren einen Kultstatus erspielt, der inzwischen weit über Monheim-Town hinaus ragt. Lauter Jubel und ekstatischer Publikumstanz belegten den Ausnahmestatus von "Epilirium". Fehlten nur noch die fünf jungen Männer, die ihren Rock mit der Suche nach dem Heiligen Gral zu einer ganz eigenen Bühnenschau verbinden und sich deshalb "Grailknights" nennen - ein rundherum unterhaltsamer Import aus dem niedersächsischen Hannover.

Daumen rauf für ein überaus gelungenes Rock-Festival - das mit dem Zehnjährigen im nächsten Jahr die Chance auf ein kleines Jubiläum hat.

Quelle: RP
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