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Monheim
Bye, bye London, hello Monheim!

Monheim. Familie Schürtz zog es an den Rhein - um dort eine Heimat mit hübschem Haus zu finden. Von Dirk Neubauer

Manchmal ist "Heimat" ein verwirrender Ort. Wer digitale Hilfe braucht, um Jasmin und Max Schürtz zu besuchen, landet bei flüchtiger, unkonzentrierter Zieleingabe in Hitdorf und nicht in Monheim. Denn eine "Alte Brauerei" gibt es hier wie dort. Google Maps unterscheidet da nicht trennscharf. In der Monheimer Ausgabe hat das Paar Mitte Dreißig zusammen mit den Söhnen Till (2) und Philipp (drei Wochen) ein Häuschen bezogen - aus London kommend und - im Fall von Max Schürtz - in Langenfeld geboren. Gleich zwei gute Gründe für einen Hausbesuch bei der jungen Familie, die sich gerade eine neue Heimat erschließt und aus einer spannenden alten Heimat kommt . . .

An dieser Stelle hakt Max Schürtz freundlich, aber, wie es sich für einen Wirtschaftsprüfer gehört, auch verbindlich ein: "In London waren wir, weil mein Arbeitgeber mich dorthin entsandt hat." Damit ging der Wunsch, mal in einer der Mega-Metropolen zu leben und zu arbeiten in Erfüllung - aber eine echte Heimat? Da reichen anderthalb Jahre nicht, um Wurzeln in London zu treiben. Das Angebot dort ist riesig; kulturell ebenso wie kulinarisch. "Wir mussten uns anstrengen, um in dem Zeitrahmen wenigstens die wichtigsten Museen besucht zu haben", erinnert sich Jasmin Schürtz. Letztlich lebten sie in einem Vorort der Stadt - eine dreiviertel Stunde dauerte es, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit in die "City of London" zu kommen.

Da ist Monheim anders. "Hier wohnen wir mitten in der Stadt", freuen sich Jasmin und Max Schürtz. Sie arbeitet in Leverkusen, er in Düsseldorf. Da war es geradezu ein Glückfall, dass sie dieses Heim im modernen Bauhaus-Stil entdeckt haben. Nach etlichen Umzügen während des Studiums und in den ersten Berufsjahren sollen hier die beiden Jungs groß werden. Kann Monheim mit London mithalten? So abseitig ist die Frage nicht, denn auch in England war das Zuhause letztlich ihr Viertel, mit dem kleinen Supermarkt, dem Spielplatz und den Lieblingsrestaurants um die Ecke. "Hier in Monheim tut sich gerade eine Menge - mit der Wiederbelebung der Altstadt und der Erneuerung der Krischerstraße - das ist spannend", urteilt Jasmin Schürtz. Samt den Spaziergängen im Rheinbogen macht alles zusammen London nicht vergessen, kann aber mithalten. "Und wenn ich im Büro sage, dass wir nach Monheim gezogen sind, horchen die meisten auf und wollen mehr über die Stadt wissen", berichtet Max Schürtz, geboren in der Stadt gleich nebenan.

Womit wir beim heiklen Punkt dieser Geschichte wären: Langenfeld-Monheim, dem Verhältnis der Erzrivalen. Ein kleiner Schwenk im Small Talk kurz vor dem Notartermin sorgte immerhin für eine Extrarunde Konversation - zwischen dem gebürtigen Langenfelder und der Monheimer Maklerin. Daraus hat Schürtz gelernt: "Langenfeld hatte den Erfolg ein paar Jahre eher, den Monheim jetzt genießt." Wenn es ihm mit den Zahlen und Bilanzen keinen Spaß mehr machen sollte, könnte Max Schürtz in den diplomatischen Dienst wechseln.

Den Schritt von Monheim zu Monnem - sprich der Integration als Neubürger - haben sie gleich zu Jahresanfang erledigt: Zusammen mit einer ganzen Gruppe von Nachbarn besuchte das Ehepaar Schürtz eine Karnevalssitzung der Prinzengarde; "Einer der Nachbarn ist dort Mitglied." Das hat die gute Nachbarschaft gestärkt. "Hier leben viele jungen Familien mit kleinen Kindern, die oft miteinander spielen. Es ist eine sehr schöne Gemeinschaft entstanden." So klingt Heimat.

Quelle: RP
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