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Baumberg
Camper machen Frühjahrsputz

Baumberg: Camper machen Frühjahrsputz
"Das hier ist unser kleiner Urlaub vom Alltag": Karin und Peter Klaus säubern den Platz vor ihrem Wohnwagen am Rhein in Baumberg. FOTO: MATZERATH
Baumberg. Auf dem Baumberger Campingplatz kehrt langsam wieder Leben ein. Morgen ist offizieller Saisonstart. Von Heike Schmickler

Noch ist es recht ruhig auf dem Baumberger Campingplatz "Rheinblick". Nur vereinzelt sind die Stellplätze schon besetzt, viele Mobile sind noch nicht an ihren Plätzen. Während die einen schon mit einem kühlen Bier in der Hand die Freiheit an der frischen Luft genießen, wird an anderer Stelle noch gearbeitet. Ein Mann entwurzelt einen Baum, ein Ehepaar bearbeitet den Rasen um das Wohnmobil mit Harke und Schaufel.

Wenn im März die Sonne gelegentlich warm vom Himmel lacht und die Temperaturen steigen, kommen die ersten Camper nach Baumberg. Eigentlich beginnt die Campingsaison aber erst morgen, am 1. April. "Viele Gäste kommen jedoch, sobald es Frühling wird", sagt Campingplatz-Betreiber Manfred Pareigat. "Das ist für uns mitunter schwierig, weil die Camper dann auch sofort Wasser und Strom haben wollen und wir das so schnell gar nicht hinbekommen."

Auch Karin und Peter Klaus sind bereits angereist. Das Paar hat es aber auch gar nicht weit, denn sie kommen aus Düsseldorf. Schon vor einigen Tagen haben sie ihren Wohnwagen auf dem Stellplatz direkt am Rhein geparkt. "Der Blick ist einfach fantastisch", schwärmt Peter Klaus (65).

Bevor die beiden es sich indes gemütlich machen können, muss die Terrasse gefegt werden. Die einst weißen Fliesen sind von einer dicken, grauen Staubschicht überzogen. "Das kommt alles vom Hochwasser", sagt Karin Klaus. Eifrig schwingt die 67-Jährige den Besen. Auch das Vorzelt muss noch aufgebaut und ein paar Blümchen müssen eingepflanzt werden. Peter Klaus hat bereits eine kleine Palme gesetzt. "Der Boden hier ist super, ich bin gespannt, ob was draus wird." 35 Jahre lang hat Familie Klaus im niederländischen Zeeland gecampt. "Da mussten wir nicht fegen", sagt Karin Klaus und lacht. "Ich habe es immer genossen, wenn wir nach Feierabend losgefahren sind", schwelgt ihr Mann in Erinnerungen. "Wenn wir dann da waren, habe ich mich gerne an das Ufer gesetzt, mir eine Dose Heineken getrunken und die Schiffe beobachtet." Doch nach so vielen Jahren kennen die beiden dort jedes Lokal und jeden Stein. "Es wurde Zeit für etwas Neues."

Seit letztem Jahr fahren sie also nun nicht mehr zweieinhalb Stunden bis zu ihrem kleinen Paradies in den Niederlanden, sondern nur noch 25 Minuten nach Baumberg. "Wir kommen aus Wersten, das ist ja quasi direkt nebenan."

Dass die Rentner einen Platz direkt am Rhein ergattern konnten, war purer Zufall. "Wir haben vor einem Jahr nach einem Platz gefragt und uns wurde zuerst einer weiter oben gezeigt", erzählt Peter Klaus. "Doch auch dieser Platz hier war zu dem Zeitpunkt gerade frei geworden, und den haben wir dann sofort genommen."

In der unmittelbaren Nähe campen viele ältere Paare, denn in Baumberg werden diejenigen "zusammengepackt", die zusammen passen: Auf der einen Seite campen Familien mit Kindern, auf der anderen Seite sind Mensch und Hund untergebracht.

Bei schönem Wetter sind die Klausens immer in Baumberg an ihrem Wagen. "Und wenn wir keine Lust mehr haben oder das Wetter schlecht wird, können wir jederzeit wieder nach Hause." Den Urlaub ersetzt der Campingplatz den Düsseldorfern jedoch nicht. "Wir fahren auch noch nach Italien oder woanders hin", sagt Peter Klaus. "Das hier ist bloß unser kleiner Urlaub vom Alltag."

Quelle: RP
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