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Langenfeld/Monheim
Caritas wirbt um Helfer für kleine Begegnungen

Langenfeld/Monheim: Caritas wirbt um Helfer für kleine Begegnungen
Die Leiterinnen der hiesigen Pflegestationen, Halina Kolczynska (l.) und Klaudia Knedel, freuen sich über neue Ehrenamtler. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Die Pflegestationen in Langenfeld und Monheim suchen Freiwillige, die mit alten Menschen spielen, backen oder sie beim Einkaufen begleiten. Von Martin Mönikes

"Verschenke Zeit!" ist der Titel einer neuen Initiative des Caritasverbandes Mettmann im Umfeld seiner Pflegestationen. Die Idee ist naheliegend: Einerseits gibt es Menschen, die ihre Energien, Talente oder Lebenserfahrung gerne nutzen wollen, andererseits gibt es Mitmenschen, denen sie damit helfen könnten. "Wir möchten Menschen bewegen, einen Teil ihrer Zeit zu verschenken, um als Begleiter, Gesprächspartner, Vorleser oder auch Rollstuhlschieber Älteren zu helfen", sagt Michael Esser, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes im Kreis Mettman. Matthias Katzenmeier, zuständiger Fachamtsleiter, wirbt damit, "dass die Helfer bei interessanten Begegnungen vielleicht sogar von den Erfahrungen und Lebensgeschichten der Älteren profitieren können".

Fast 250 Menschen in beiden Städten werden durch die Profis des Verbandes regelmäßig bei der täglichen Pflege unterstützt. Halina Kolczynska, die Koordinatorin und Leiterin der Langenfelder Pflegestation, und Klaudia Knedel, ihre Monheimer Kollegin, wissen aus der täglichen Arbeit, dass den Patienten oft soziale Kontakte fehlen. "Sie wünschen sich trotz ihrer Einschränkungen, am Leben in aller Vielfalt teilnehmen zu können." In Langenfeld hofft zum Beispiel eine 79-Jährige, die auf den Rollator angewiesen ist, dass sie jemand auf den Wochenmarkt und anschließend in ein Café begleitet. In Monheim wünscht eine 92-Jährige gemeinsame Spielnachmittage und sucht jemanden, der ihre Liebe zum Kuchenbacken teilt. Den Mitarbeitern der Pflegestationen obliegt es, solche Bedarfe zu erkennen und zu publizieren. Sie sind auch für potenzielle Helfer die ersten Ansprechpartner (siehe Info).

Die Caritas-Verantwortlichen wissen, dass heute kaum jemand mit der "moralischen Keule" zu freiwilligen Leistungen bewogen wird. "Aber es gibt Menschen, die -unabhängig vom Lebensalter - eine sinnvolle Aufgabe suchen, bei der sie gerne eigenbestimmt ihre Fähigkeiten einbringen", sagt Esser. Wer hilft, ist übrigens bei seinen Begegnungen unfall- und haftpflichtversichert, auch Aufwendungsersatz (wie Fahrtkosten) kann vereinbart werden. "Die ersten Versuche mit dem Modell im Nordkreis Mettmann zeigen positive Reaktionen", sagt Organisator Katzenmeier optimistisch.

Wer interessiert ist, erfährt fachkundige Hilfe. In einem Erstkontakt werden Fähigkeiten und Motivation hinterfragt, gegebenenfalls werden Schulungen angeboten. "Wir müssen Helfer und Betroffene schützen, auch vor Überforderung oder falschen Erwartungen", sagt Esser. Wenn die erste Begegnung mit dem "Partner" gelungen ist, beginnt eine in der Regel zunächst für ein halbes Jahr vereinbarte Zusammenarbeit.

Quelle: RP
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