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Monheim
CDU: Bürgermeister stürzt Stadt ins Schul-Chaos

Monheim. 65 Monheimer müssen für ihr letztes Realschuljahr nach Urdenbach. Die Christdemokraten sprechen von Wortbruch.

Nach dem Beschluss der Schulkonferenz der in Auflösung begriffenen Lise-Meitner-Realschule (LMR), den letzten zehnten Jahrgang nicht mehr in Monheim zu unterrichten, sondern in Düsseldorf-Urdenbach, hat die CDU die Schulpolitik von Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) scharf kritisiert. "Lehrermangel, Unterrichtsausfälle, Raumprobleme - das war alles vorhersehbar", erklärte Markus Gronauer, Chef der Monheimer CDU. Zimmermann habe die Befürchtungen im Hinblick auf die 2011 vom Rat beschlossene Auflösung der Realschule bewusst kleingeredet. "Nun steht er vor dem Scherbenhaufen und hat das Chaos zu verantworten", sagte Gronauer. Wie berichtet, werden die ab Sommer verbleibenden 65 Monheimer Lise-Meitner-Schüler ihre Realschullaufbahn an der Theodor-Litt-Realschule in Urdenbach beenden. Dass die Schulkonferenz sich einstimmig für diese Lösung entschied, macht sie in den Augen der CDU nicht besser. "Welche Alternative hätten die Eltern denn gehabt", fragt Bruno Kosmala, Sprecher der CDU im städtischen Schulausschuss, mit Blick auf eine mögliche Unterrichtung in Containergebäuden in Monheim. Die Nachteile des Umzugs nach Urdenbach seien indes kaum weniger gravierend, nicht nur wegen des künftig erheblich längeren Schulwegs. "Die Realschule in Urdenbach wird als Ganztagsschule geführt. Dabei hatten sich viele Eltern bewusst für die LMR als Halbtagsschule entschieden", erinnert Gronauer an zwei Argumente der Elterninitiative, die 2011 für den Erhalt der Realschule kämpfte.

Vor fünf Jahren stimmten die Monheimer zwar mehrheitlich für den Erhalt der Realschule am Berliner Ring (4750 Bürger = 64,7 Prozent der Abstimmenden), allerdings wurde das benötigte Quorum von 20 Prozent aller Wahlberechtigten (6574 Ja-Stimmen) nicht erreicht. Seither nimmt die Realschule keine neuen Schüler mehr auf; in ihrem alten Gebäude wächst die Sekundarschule, eine Kombination aus Haupt- und Realschule. Zunächst teilten sich Real- und Sekundarschule das Gebäude, später zog die Realschule in den Bau der - ebenfalls aufgelösten - Anton-Schwarz-Hauptschule an der Erich-Klausener-Straße. Je kleiner die Restschule und ihr Lehrerkollegium wurden, desto mehr häuften sich die Unterrichtsausfälle. Mit ein Grund für den Umzug nach Urdenbach.

Für CDU-Chef Gronauer ändert das nichts an einem falschen Versprechen: "Schon mit dem ersten Umzug hat der Bürgermeister sein Wort gebrochen, die Realschule werde an ihrem ehemaligen Standort sanft auslaufen können."

(gut)
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