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Monheim
CDU hält "Geysir" für zu teuer, die SPD für deplatziert

Monheim: CDU hält "Geysir" für zu teuer, die SPD für deplatziert
Der "Monheimer Geysir" ist für den Kreisel Krischer-/Kapellenstraße vorgesehen. FOTO: Thomas Stricker
Monheim. Nicht nur die Höhe der Ausgaben für das Kunstwerk, auch der Standort werden von der Ratsopposition kritisiert. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Eine Ampel aufstellen, damit Autofahrer nicht in den Kreisel fahren, wenn der Geysir ausbricht? - Das wird für einen Riesenrückstau in Kapellenstraße und Krischerstraße sorgen. Schwachsinn!" Markus Gronauer, Fraktionsvorsitzender der CDU, speit Gift und Galle, nachdem die Stadtverwaltung am Montag den geplanten Ankauf von drei Kunstwerken für die neuen Kreisverkehre gemeldet hatte. Die Idee für eine Wasserfontäne sei noch nicht mal besonders originell, ein typischer "Zimmermann-Gag".

Michael Nagy, der für die CDU-Fraktion als Mitglied der Bewertungskommission benannt worden war, habe die in seinem Fach hinterlegte Einladung nicht erhalten. Warum auch immer. Außerdem wurmt den Beisitzer des Baumberger Allgemeinen Bürgervereins, dass für den Kreisverkehr Sandstraße ursprünglich eine Skulptur des Monheimer Künstlers Dieter Kaußen vorgesehen war. "Wir wollen ihm bei einem Ortstermin einen anderen Platz für die drei bunten Stelen vorschlagen", sagt Katharina Braun, als Leiterin der Kunstschule für das Thema öffentliche Kunst zuständig.

"Wir fanden ein jährliches Budget von 410.000 Euro schon völlig überzogen, jetzt kann es für 2018 nicht einmal eingehalten werden", bemängelt Werner Goller (SPD). Wenn man die Kunst fördern wolle, solle man sich unter den Unternehmen, die in Monheim viele Gewerbesteuern sparen, Sponsoren suchen. Während seine Fraktionskollegin Stephanie Rohm die Kunstwerke positiv bewertete, findet er den Geysir an dem geplanten Standort "völlig bekloppt". Eine solche Fontäne brauche eine größere Fläche. Er als Cabriofahrer müsse zudem eine unerwünschte Berieselung bei stärkerem Wind fürchten. Er hält dieses Kunstwerk für eines jener ausgefallenen Projekte, mit der der Bürgermeister überregional Furore machen wolle.

"Der Geysir wird höchstens einmal wöchentlich, am Sonntag, zu einer festgelegten Zeit ausbrechen", stellt Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) klar. Dafür werden der Kreisel dann für anderthalb Minuten per Ampelschaltung gesperrt. Das werde auch nur außerhalb der Wintermonate passieren. Da es in Rheinnähe sehr zugig sei, müsse zudem ein Messgerät installiert werden, das den Ausbruch bei starkem Wind abbläst, ergänzt Braun. "Wir wollen Kunst und Machbarkeit zusammenbringen", sagt sie.

Manfred Poell (Grüne), der auch der Bewertungskommission angehörte, unterstützt den Ankauf der Kunstwerke. Er kritisiert aber, dass die Vorlage zu der entscheidenden Ausschusssitzung überhaupt keine Bilder der Kunstwerke enthält.

Quelle: RP
 
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