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Monheim
CDU-Kandidatenkür startet in Monheim

Monheim. Vier Christdemokraten ringen um eine Landtagskandidatur - das verspricht Spannung. 40 Zuhörer kamen zur ersten Vorstellrunde in den Monheimer "Pfannenhof". Von D. Schmidt-Elmendorff

Bei der ersten CDU-Kandidatenrunde für den Landtagswahlkreis 36 (Monheim, Langenfeld/Hilden-Süd) machte Hans-Dieter Clauser (Langenfeld) den Anfang. In Grund und Boden verdammte der ehemalige Landtagsabgeordnete (2005-12) die rot-grüne Landespolitik, zählte ihre Negativrekorde auf. NRW: vom Wirtschaftsmotor zum Null-Wachstum, Stauland Nr. 1, weil angesichts des "Planungsstaus" keine Bundesmittel abgerufen werden, 142 Milliarden Schulden, "Einbruchsland Nr. 1", massiver Unterrichtausfall an Schulen und eine unterfinanzierte Inklusion. Fazit: Die Sozis können nicht mit Geld umgehen. Konkrete Lösungsvorschläge angesichts der massierten Probleme hatte Clauser indes nicht. Allein, dass er angesichts der hohen Steuereinnahmen anfangen würde, Schulden zurückzuzahlen. Für sich selbst reklamierte er "wieder eine laut vernehmbare Stimme im Wahlkreis 36" werden zu wollen - "im Gegensatz" zu Mandatsinhaber Jens Geyer (SPD).

Der mit Abstand jüngste CDU-Bewerber, Sebastian Köpp, vermochte mit seiner engagierten Rede sicherlich einige Zuhörer zu überzeugen, die ihn auf seine Jugend und die verwegene Frisur reduziert hatten. "Ist der von der Peto?" hieß es, kaum hatte er die Bühne erklommen. Der 30-jährige Langenfelder war bisher vor allem in der Kommunal- und Kreispolitik aktiv war und hat über seine Arbeit in der Landesgeschäftsstelle der CDU auch mit Landespolitik zu tun. Der Kreisvorsitzende der Jungen Union brachte zur Wirtschaftspolitik von Rot-Grün nahezu dieselben Kritikpunkte vor wie der 36 Jahre ältere Clauser. Und er erhob klare Forderungen: kein Fracking, keine CO-Pipeline und Abschaffung des Kommunal-Soli. Etwas ungeschickt wirkte einzig der Hinweis auf seine Eigenschaft, immer viele Fragen zu stellen, zu "quengeln" und "zu nerven". Seine Botschaft: "NRW soll wieder innovationsfähig und sicher werden."

Claudia Schlottmann, seit 22 Jahren im Hildener Stadtrat, beleuchtete als einzige die Landespolitik aus der Perspektive ihrer Zuhörer, der kommunalen Ebene. Seit Jahren ärgere sich die 54-Jährige über die regelmäßigen Eingriffe in die kommunalen Haushalte. Neue Landesgesetze würden nicht mit genügend Geldmitteln ausgestattet. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab einem Jahr sei eingeführt, die Städte seien aber mit den teuren Umbauten allein gelassen worden. Die Inklusion sei an ihre "kaum mehr zu handhabbaren Grenzen gestoßen": Die Kosten für Integrationshelfer explodierten. Der Unterrichtsausfall an Schulen müsse endlich genau gemessen werden. Die Städte müssten bei der Sanierung der Schulgebäude aus den 70ern unterstützt werden. "Die Kommunen müssen wieder mehr Freiheiten erlangen, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln", forderte Schlottmann.

Lokalmatador Peter Werner (51) ist, an seinen parteiinternen Mitbewerbern gemessen, noch ein politisches Leichtgewicht. Statt mit Ämterfülle versuchte er daher als Mensch zu punkten: Arbeiterfamilie, in der Schulzeit das gesamte System durchlaufen, politisch als liberaler Konservativer einzuordnen. Der Sport habe ihn zum Teamplayer erzogen, er habe früh Verantwortung übernehmen wollen - als Schulsprecher. Auf Landesebene wolle er sich für einen Wirtschaftwandel und damit für bessere Lebensverhältnisse einsetzen, sagte der Rechtsanwalt aus Monheim.

Quelle: RP
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