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Langenfeld/Monheim
CDU kippt Schneiders Windkraft-Pläne

Langenfeld/Monheim: CDU kippt Schneiders Windkraft-Pläne
Etwa 200 Reusrather waren gestern Abend in den Bürgersaal gekommen und durften sich in einer gut zweistündigen Sitzungsunterbrechung zu Wort melden. Nicht nur Matthias Saturnus (Bild) ließ am Mikrofon Dampf ab. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld/Monheim. Langenfelds Bürgermeister scheitert im Stadtrat an der eigenen Partei mit seinem Vorstoß für den Bau hoher Windräder. Von Stephan Meisel

Bürgermeister Frank Schneider (CDU) ist gestern Abend im Langenfelder Stadtrat mit seinem Vorstoß für einen baldigen Bau von Windkraftanlagen auf Reusrather Ackerflächen an der eigenen Partei gescheitert. Nach dreistündiger Debatte lehnte die CDU-Mehrheitsfraktion in geheimer Abstimmung gemeinsam mit der BGL und der FDP Schneiders Vorschlag ab, die für den Bau von Windrädern festgelegte Höhengrenze von 100 auf 150 Meter zu erweitern. Unter diesen für ihn wirtschaftlichen Konditionen hätte ein Investor nach eigenen Angaben demnächst mindestens zwei Windräder in der so genannten Konzentrationszone (siehe Infobox) errichtet. Dass Schneiders Verwaltungsantrag mit 15 Ja- und 26 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt wurde, quittierten etwa 200 Reusrather Bürger mit lautem Beifall.

Damit die Zuhörer Fragen stellen und den Politikern gegenüber ihre Sorgen vorbringen konnten, wurde die Sitzung zwei Stunden lang unterbrochen. Nicht nur Matthias Saturnus und Andreas Lobb von der Bürgerinitiative "Ruhiger Horizont Reusrath" kritisierten den Vorstoß des Bürgermeisters und forderten eine Abkehr von den nach ihrer Ansicht gesundheitsgefährdenden und belastenden Windkraft-Plänen in ihrem Ortsteil. In das Wortgefecht schaltete sich auch Klaus Schulze Langenhorst von der Firma SL Naturenergie GmbH ein, die in Reusrath zwei 149 Meter hohe Windräder errichten möchte und gegen die 100-Meter-Grenze vor dem Verwaltungsgericht geklagt hat.

Vor der Abstimmung begründete CDU-Fraktionschef Jürgen Brüne den Widerstand gegen Schneiders Vorstoß damit, "dass die Sorgen und Nöte von Bürgern höher zu gewichten sind als die Wirtschaftlichkeit von Windenergie". Sascha Steinfels (SPD) und Dr. Günter Herweg (Grüne) warfen der CDU darauf vor, unter dem Eindruck der Kritik von Reusrathern das für die Allgemeinheit wichtige Langenfelder Klimaschutz-Konzept zurückzustellen. Weil Brüne wie auch Gerold Wenzens (BGL) einzelne Ja-Stimmen aus der eigenen Fraktion für die 150-Meter-Höhengrenze angekündigt hatten, wurde auf das Betreiben der SPD hin geheim abgestimmt. Doch am Ratsbeschluss änderten die Abweichler nichts. Somit entscheidet das Gericht darüber, ob, wann und in welcher Höhe Windräder in Langenfeld errichtet werden.

Womöglich rücken schon vorher an anderer Stelle bis zu 200 Meter hohe Windräder ins Blickfeld. Auf Monheimer Seite ist die ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt gedachte Windkraft-Planung entlang der A 59 weiter aktuell. "Wir arbeiten daran, in der Nähe der Autobahn zwei oder drei Windräder zu errichten", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) auf Anfrage. Es gelte, zu den von den Gutachtern genannten Bedenken bezüglich Fledermaus-, Vogel- und Gewässerschutz entsprechende Lösungen zu finden. "Auch die Lage innerhalb der Wasserschutzzone ist kein KO-Kriterium, sofern baulich gewährleistet ist, dass keine Betriebsmittel ins Grundwasser gelangen können."

Quelle: RP
 
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