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Langenfeld
Dachstuhlbrand: "Es war ein Albtraum"

Dachstuhlbrand in Langenfeld
Dachstuhlbrand in Langenfeld FOTO: Daniel Bothe
Langenfeld. Bei einem Brand in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind mindestens zwei Personen verletzt worden. Das Feuer war offenbar in einem Dachstuhl ausgebrochen. Zwei Häuser sind nicht mehr bewohnbar.

Claudia Leciejewski kann es immer noch nicht fassen. "Es war der Horror. Die Flammen breiteten sich immer weiter aus und erfassten unser Dach. Wir haben nur noch uns selbst gerettet. Nichts eingepackt. Nur unsere Tochter hat das Handy mitgenommen und ihre beiden Hasen Möhrchen und Kucki gerettet." Claudia Leciejewski wohnt im Haus Nummer 147, Alt Langenfeld. Im Nachbarhaus war aus noch ungeklärter Ursache in der Nacht zu gestern gegen 2 Uhr ein Brand ausgebrochen und hatte die beiden rechts und links daneben liegenden Häuser ebenfalls erfasst. Drei Menschen wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. "Der Schaden ist enorm", sagt Feuerwehrchef Marcus Jagieniak.

Claudia Leciejewski und ihre Familie können ihr Heim glücklicherweise noch bewohnen. "Ich habe gleich den Dachdecker bestellt, damit das Dach abgedichtet wird", sagt Ulrich Leciejewski. Allerdings seien die Räume in der ersten Etage – Kinder- und Schlafzimmer – so stark verraucht, dass man sie erst einmal nicht mehr nutzen könne. Die Bewohner der anderen beiden Häuser müssen sich vorläufig eine andere Bleibe suchen. Die Häuser sind von der Feuerwehr gesperrt und beschlagnahmt worden.

"Das findet sich schon", sagt Claudia Steyer, die ein paar Häuser weiter wohnt. "Wir helfen wo wir können, waschen die verrauchte Wäsche, kochen Mahlzeiten und stellen notfalls auch ein Bett zur Verfügung", sagt Claudia Steyer, während ihr Mann Johannes Ulrich Leciejewski hilft, die zerplatzen Dachpfannen auf dem Gehweg zusammenzukehren.

Immer wieder kommen Nachbarn vorbei und bieten Hilfe an. "Wenn die Menschen aus dem Asylbewerberheim Alt Langfort den Brand nicht bemerkt hätten, wären wir vielleicht nicht so glimpflich davongekommen", sagt Steyer. Die Asybewerber hatten das Feuer als erste bemerkt, haben an die Türen geklopft und die Bewohner so geweckt. Gleichzeitig versuchten sie, mit Handlöschgeräten den Brand zu bekämpfen. "Wir waren sechs", sagt Achmad Farhad, der mit seiner Familie in dem Heim wohnt. "Wir haben die Leute wach gemacht."

Als die Feuerwehr kurz nach zwei Uhr morgens eintraf, forderte sie sofort Verstärkung an. Einheiten aus Wiescheid und Reusrath wurden gerufen. Aus Düsseldorf kam der Großraumkrankenwagen und aus Erkrath ein Wechsellader-Fahrzeug. 46 Feuerwehrleute bekämpften den Brand, der sich schnell verbreitet. "Dachstuhlbrände sind schwer zu löschen", sagt Jagieniak. "Wenn die Verkleidung unter den Dachpfannen brennt, müssen die Ziegel erst abgenommen werden", sagt Jagieniak. Dazu bedürf

e es vieler Feuerwehrmänner unter Atemschutz und Zeit. Bis etwa 6 Uhr morgens waren die Löschtrupps im Einsatz. Die Nacharbeiten dauerten bis 9 Uhr. Montag werden vermutlich die Brandsachverständigen ihre Arbeit aufnehmen. Erste Ergebnisse erwartet die Polizei Montagvormittag. Auch die Bewohner sind gespannt. "Die Frage ist doch, wer kommt für den Schaden auf", sagt Ulrich Leciejewski. Im Augenblick weiß er noch nicht, wie es weitergehen soll. Die schreckliche Nacht sitzt ihm noch in den Knochen. Tochter Marie übernachtet nebst Hasen vorerst bei einer Freundin. Mutter Claudia kümmert sich um den jüngeren Sohn Mika. Sie bringt ihn zum Fußballspiel. "Wenn die Dachdecker fertig sind, komme ich nach", verspricht Ulrich Leciejewski.

(skr)
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