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Monheim
Demografie-Gutachten steht weiter unter Beschuss

Monheim. Der BAB-Vorsitzende findet das Konzept zu allgemein, zu sehr beschreibend, zu wenig auf Senioren bezogen.

Im Grunde ist es Helmut Heymann, der Vorsitzende des Baumberger Allgemeinen Bürgervereins gewesen, der in seiner Neujahrsrede 2014 die Diskussion um die angeblich von der Stadtspitze vernachlässigten Generation Silber anstieß. Deshalb ließ es sich der umtriebige Baumberger auch nicht nehmen, das jüngst vorgestellte Demografiekonzept gründlich unter die Lupe zu nehmen. In einer umfangreichen Stellungnahme weist er den Gutachtern zahlreiche Schwächen nach. Er bemängelt, dass diese nicht selber Daten erhoben haben, sondern sich auf die gut dokumentierten bisherigen Projekte der Fachabteilungen stützen. Wobei einige schon geraume Zeit zurückliegen. Außerdem missfällt dem BAB-Chef deren freimütige Feststellung, dass in dem integrierten Handlungskonzept "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" von 2009 keine Stärken-Schwächen-Analyse für Baumberg vorgenommen wurde, dass die Datenlage also dürftig ist.

Wie auch diverse Mitglieder des Generationenausschusses ärgert Heymann die in dem Gutachten erneut zutage tretende "Fokussierung auf die jüngere Generation". "Im Gegensatz zu der verbreiteten Vorstellung, Demografiepolitik müsse auf die Gestaltung der Lebensverhältnisse der Generation 55+ fokussieren, richtet Inklusion den Blick auf alle Generationen", heißt es dazu im Konzept. Folglich vermisst Heymann eine Alterspyramide und tut sich schwer damit, aus dem wirtschaftlichen Erstarken der Stadt sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen Konsequenzen für die Senioren herzuleiten.

Er kritisiert, dass die Bildungspolitik allein auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten ist. Zwar räume das Konzept ein, "dass die Altersgruppe der 18+ zu kurz kommt". Aber von Bildungsangeboten für Senioren sei überhaupt keine Rede. Auch für das als gravierend erkannte Problem, dass die vorhandenen Alten- und Pflegeheime stark überlastete seien, fänden die Gutachter "keine Lösungsansätze".

Insgesamt findet der Ex-Manager, dass das Gutachter zu sehr auf der deskriptiven (beschreibenden) Ebene verharrt, wenig ins Detail geht und kaum Lösungen bietet. Die Handlungsempfehlungen seien sehr allgemein gehalten und daher "wenig hilfreich". Von einem Konzept hätte er eine Bestandsaufnahme, eine Prognose und konkrete Handlungsschritte erwartet. Die leiste das Gutachten nicht.

(elm)
 
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