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Monheim
Der beliebteste Busfahrer der Stadt

Monheim: Der beliebteste Busfahrer der Stadt
Ali Aoudia ist seit 16 Jahren Busfahrer bei den BSM und transportiert am liebsten Schüler. FOTO: Matzerath
Monheim. Ali Aoudia fährt seit 16 Jahren für die Bahnen der Stadt Monheim. Der Busfahrer ist nicht nur bei Kindern beliebt. Von Birte Hauke

Der Motor heult kurz auf, als Ali Aoudia ein wenig Gas gibt und um die Kurve biegt. Sonst ist es ruhig im Bus. Der Fahrer rutscht auf dem großen Sitz zurück, rückt die Brille zurecht und macht sich bereit. Das Spiegelbild des Busses ist kurz in der großen Glasfront der neuen Musik- und Kunstschule zu sehen, dann nähert sich der Wagen der Haltestelle vor dem Otto-Hahn-Gymnasium. Es ist Schulschluss, der Bussteig ist voll und die Schüler kreischen: "Ali! Ali! Ali!". Ali lacht.

60 Fahrer sind bei den Bahnen der Stadt Monheim (BSM) beschäftigt. Theoretisch kann jeder jeden Bus steuern, so lassen sich die Fahrer im Einsatzplan flexibel einteilen. Eine Lieblingslinie hat Ali nicht: "Ich fahre jeden Bus gerne, aber es ist besser, wenn mehrere Leute drin sind. Sonst ist es doch langweilig!" Bei den Schülern ist der 43-Jährige besonders beliebt: "Mit Kindern ist es lebhafter. Ich kann mit denen ganz andere Späße machen, irgendwie passt das", sagt Ali. Jeder Dienst beginnt am BSM-Betriebshof. Im Mitarbeiterraum wird er mit einem freundschaftlichen Handschlag begrüßt: "Hey! Lieblingskollege!", sagt der Fahrer, bevor er Scherze über Alis Glatze macht. Ali lacht: "Die Kollegen sind echt super. Wie Freunde, fast eine Familie."

Bus Nummer 17 steht schon bereit. Ali drückt ein paar Knöpfe an dem kleinen Computer neben dem Fahrersitz, und außen in der Anzeige erscheint das Piktogramm zweier Kinder. Der Motor startet. Ali steuert den Wagen über die Schwalbenstraße zum Lerchenweg. An der Haltestelle wartet bereits eine Lehrerin: Der Schwimmunterricht, zu dem Ali die Kinder fahren sollte, fällt heute aus. "Alles klar, dann fahr ich weiter", sagt Ali.

Ali ist seit 16 Jahren mit den BSM-Bussen unterwegs. Routiniert greifen seine Hände in das große Lenkrad. "Ich mag den Kontakt mit Menschen, man lernt ganz viele verschiedene Kulturen kennen", erklärt Ali. Fahrgäste anderer Herkunft begrüßt er in ihrer Landessprache: "Das ist ganz einfach, aber die Leute freuen sich total!" Auf dem Weg zum Otto-Hahn-Gymnasium hält er an der Haltestelle Markt, um die digitale Anzeige über den kleinen Computer zu ändern. Der 790er fährt vorbei, der Fahrer grüßt, die Fahrgäste lächeln.

Als E 789 fährt er den Bus vor das OHG. "Langsam, langsam, lasst erstmal die Damen rein", ruft Ali einer Horde Jungen zu, die ihren Mitschülerinnen gehorsam Platz machen. Luise und ihre Freundinnen grüßen Ali, drücken sich mit Rucksack und Sportbeutel in den Bus. "Wir freuen uns jedes Mal, wenn er fährt. Manchmal singt er richtig laut", erzählt die Zwölfjährige. "Und er summt total oft so lustige Melodien", ergänzt Freundin Jane. Mittlerweile hat der gebürtige Marokkaner selbst vier Kinder. Für die Schüler ist er auch Vorbild, Respektsperson. Ein kurzer Satz reicht und sie sind leiser oder machen Sitzplätze frei. Die Schüler mögen das: "Seine Art ist super, er ist einfach korrekt", erklärt der 14-jährige Sebastian. Zum Singen ist es heute zu laut. Die Schüler öffnen ihre Butterbrotdosen, unterhalten sich. Das ist in letzter Zeit selten geworden: "Immer mehr Schüler hängen mit ihren Smartphones nebeneinander, statt sich zu unterhalten. Das ist wirklich schade", sagt Ali. Mit Erwachsenen ist er fast genauso gern unterwegs. Er hilft Eltern mit Kinderwagen, behinderten Fahrgästen und Senioren mit Rollatoren und wartet, bis sie einen Platz gefunden haben. "Man darf alte Leute nicht wegstoßen, sonst denken die, sie sind nichts mehr wert." Dass der Bus dann an der nächsten Haltestelle ein paar Minuten später ankommt, kann nicht jeder Fahrgast verstehen. Ali versucht, zu beruhigen. Jane steigt an der Haltestelle "Im Sträßchen" aus, Luise kurz danach. Dann ist der Bus leer. "Jetzt ist es wieder ruhig, auch ganz ok", stellt Ali fest. Einige Abiturienten haben Ali nach ihrer letzten Fahrt mit dem Schulbus erklärt, dass er der beste Fahrer von allen war. "Das hat richtig gutgetan", erinnert sich Ali.

Quelle: RP
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