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Monheim
Der König vom Campingplatz

Monheim. In unserer Reihe "Mein Job im Grünen" stellen wir Frank Pareigat vom "Rheinblick" in Baumberg vor. Von Heike Schoog

Frank Pareigat kommt mit dem Traktor den Weg hochgefahren. Auf dem Anhänger Spaten und blaue Säcke. "Wir haben Gras gemacht", sagt der 51-Jährige. Er ist Platzwart auf dem Campingplatz Rheinblick in Baumberg, den seine Familie seit 25 Jahren betreibt. "Anfangs waren wir selbst nur Camper", sagt Pareigat. "Dann haben meine Eltern den Platz von dem vorherigen Eigentümer übernommen und das Gelände gekauft."

Während der Saison - sie geht von April bis Oktober - hat Pareigat junior alle Hände voll zu tun. Der Rasen des 126 000 Quadratmeter großen Geländes muss gepflegt werden. Mähen steht daher täglich auf dem Programm. Allerdings machen die Camper vieles selbst. Rund 280 Plätze gibt es. Die meisten sind an Dauercamper vermietet, die für ihre im Schnitt 100 Quadratmeter großen Parzellen überwiegend selbst sorgen. "Für einige übernehmen wir die Pflege", so der Platzwart.

Gerade nach dem Hochwasser im Juni hatten er und seine Mitstreiter viel zu tun. "Die Wohnwagen, die direkt in der ersten Reihe am Rhein stehen, mussten wir wegziehen", sagt er. "Das können nicht alle allein." Da sei Hilfe gefragt. Schlimm waren auch die Aufräumarbeiten danach. "Der Schlamm, der sich in den sechs Wochen abgelagert hatte, musste weg", sagt Pareigat. Eine aufwendige Angelegenheit.

Doch an normalen Arbeitstagen geht es ruhiger zu. Die Kontrolle der rund 40 Stromkästen auf dem Platz, die die Camper mit Energie versorgen und die Wasserleitungen müssen regelmäßig kontrolliert werden. "Manchmal landet ein Hering in einem Kabel. Dann ist schnelle Hilfe nötig. Auch wenn ein Hahn an einer Wasserstelle kaputt geht, bin ich gefragt", sagt Frank Pareigat, der seinen Job im Freien liebt.

"An diesem Wochenende bleibe ich hier. Das ist schöner als zu Hause", sagt der Baumberger, der an der Humboldtstraße wohnt. "Wenn ich hier morgens aufstehe, liebe ich die Ruhe - vor allem Montagmorgens. Oft stehe ich hier am Rhein, schaue aufs Wasser und genieße es."

Dann sind die Wochenendgäste abgereist. "Ich begleite die Neuankömmlinge zu ihren Plätzen, schaue, dass die vier Rampen zum Wasser hin in Ordnung sind." Dort legen Motorbote an. Kanuten deponieren ihre Kajaks dort und bleiben meist eine Nacht, bevor es für sie weitergeht. Auch viele Radler kommen und zelten auf dem hinteren Stück. Etwa einen Kilometer Rheinfront (von 716 bis 717) hat die Anlage. Der Platz in der ersten Reihe ist immer ausgebucht.

Für die Reinigung der mobilen Toiletten-Anlage (sie muss bei Hochwasser und im Winter weggezogen werden) und des Sanitätshauses im oberen Stück hat er professionelle Kräfte im Einsatz.

Wichtig sei es auch, für die Camper ein offenes Ohr zu haben. Ansprechpartner sei er, wenn es einen medizinischen Notfall gibt. "Dann kooperieren wir erst einmal mit den Helfern der DLRG, die auf dem Gelände ansässig ist. Aber die Station ist nur an den Wochenenden besetzt. Wenn dort keiner ist, rufen wir gleich 112", so Pareigat. Aber das komme selten vor.

Ärgerlich findet es der Platzwart, dass nach dem Wochenende viel Müll auf dem Parkplatz liegt. Viele Gäste des Restaurants und Spaziergänger hinterließen ihre Abfälle. "Das sammeln wir dann wieder auf", sagt Pareigat, der auch für den Parkplatz zuständig ist. Aber das nimmt ihm nicht die Freude über seinen "Arbeitsplatz im Grünen".

Quelle: RP
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