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Der neue Jens ist da

Langenfeld. Okay, der neue Jens ist zehn Jahre jünger als der alte, aber sonst sind sie sich ziemlich ähnlich. Jens Geyer (54) und Jens Niklaus (44) sind beide in der SPD, scheuen sich nicht, als Wahlkreiskandidaten überall im Straßenbild präsent zu sein, und weisen gewisse Übereinstimmungen in der Physiognomie auf: hohe Stirn, freundliches Gesicht, keine Hungerhaken. Wer das nachprüfen möchte, der klicke auf www.spd-kreis-mettmann.de/personen/1593/720853/Jens-Niklaus.html.

In Baumberg wurde in dieser Woche deutlich, wie schnell sich das politische Karussell bisweilen weiterdreht. Die Europa-Union hatte zur Eröffnung der Europawoche ins Bürgerhaus geladen. Eine Woche früher, und der alte Jens wäre bestimmt auch da gewesen. Doch nach der NRW-Wahl ist der Monheimer jetzt erst einmal damit beschäftigt, sein Landtagsbüro zu räumen.

Dafür war der neue Jens da. Schließlich ist er Mitglied der Europa-Union in Haan und fährt als solches in der kommenden Woche in die französische Partnerstadt Haans mit dem schönen, noch einsilbrigeren Namen Eu (sprich: Ö). Außerdem - aber das nur am Rande - ist Jens Niklaus Direktkandidat der SPD im hiesigen Wahlkreis bei der Bundestagswahl am 24. September. Nach der Wahl ist eben vor der Wahl, wie der alte Sepp Herberger sagen würde, ganz besonders in diesem Jahr.

Als Kandidat will sich der neue Jens in den nächsten vier Monaten natürlich bekannt machen im Wahlvolk. Wie nötig das ist, bewies in Baumberg sein Parteifreund, der Vorsitzende der Monheimer Europa-Union Karl-Heinz Groß. Der begrüßte den neuen Jens vom Rednerpult herab als "Jan Niklaus". Manche wollen sogar ein "Jan Niklas" gehört haben.

Immerhin teilte der neue Jens an diesem Abend das Schicksal mit dem Monheimer Volkshochschul-Bereichsleiter Johannes Lill. Dieser Mitbegrüßte wurde von Manfred Klein - so heißt der Monheimer Europa-Unions-Vorsitzende wirklich - "Dr. Johannes Sell" genannt, wobei es mit dem Doktor seine Richtigkeit hat. Aber vielleicht hatte der Autor dieser Zeilen an besagtem Abend ja auch was auf den Ohren.

Zurück zum neuen Jens. Nicht, dass dieser Vorname noch ein böses Omen ist für die Bundestagswahl?! Von wegen Jens-Effekt und so. Eine grundlose Furcht - falls der neue Jens immer so souverän reagiert wie im Bürgerhaus auf eine entsprechende Frotzelei. Böses Omen? "Für den Jens tut es mir leid", sagte Niklaus und meinte natürlich den alten Jens. Trotzdem: Es wird verdammt schwer für den neuen Jens. Seine Gegnerin ist nämlich die alte und neue, einzig wahre Michaela, Bundestagsvizepräsidentin Noll.

THOMAS.GUTMANN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
 
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