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Monheim
Der neue Wachleiter gibt sich bürgernah

Monheim: Der neue Wachleiter gibt sich bürgernah
Dirk Dünchheim: Auch schon sein Vater und sein Großvater waren im Polizeidienst. Sein Bruder Thomas hat einst in Monheim als Bürgermeister regiert. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Dirk Dünchheim (50) führt sei kurzem die Polizeidienststelle in Monheim und ist gleichzeitig Regionalbeauftragter. Von Petra Czyperek

Hauptkommissar Dirk Dünchheim schätzt den Kontakt zu den Bürgern. Deshalb ist der neue Leiter der Monheimer Polizeiwache froh, dass sein Büro an der Friedrichstraße mitten im Berliner Viertel liegt. In dem dicht besiedelten Quartier wohnt ein Viertel der Einwohner. "Niemand sollte sich scheuen, uns anzusprechen. Wir leben schließlich von der Nachbarschaftshilfe", sagt der 50-Jährige. Gerade in der dunklen Jahreszeit sind wieder mehr Einbrecher unterwegs, um lohnende Ziele auszuspähen. "Wer beispielsweise ein fremdes Auto in seiner Straße beobachtet, das dort länger steht, sollte keine Angst haben, sich bei uns zu melden", sagt er.

Auf die neuen Aufgaben freut sich Dünchheim, der vorher Dienstgruppenleiter für Langenfeld und Monheim war. "Ich kenne die Stadt und die Kollegen seit vielen Jahren. Das Umfeld ist mir vertraut." Doch statt wie früher im Schichtdienst draußen auf Streife zu gehen, plant und organisiert der Wachleiter und Regionalbeauftragte jetzt größere Einsätze vom Schreibtisch aus. "Wichtig sind dabei gute Kontakte zum Ordnungsamt und zur Feuerwehr", erläutert er. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung koordiniert er beispielsweise Jugendschutzkontrollen an den Karnevalstagen. Polizei und Ordnungsamt seien auch gemeinsam für die Absperrungen beim Martinszug verantwortlich.

Der Hauptkommissar ist seit über 30 Jahren bei der Polizei. Nach der Realschule machte er seine Ausbildung, war zunächst bei der Bundespolizei und wechselte später zur Landespolizei in NRW. Seine polizeiliche Karriere im Kreis Mettmann startete er 1994 in Hilden. Er schätzt die Bandbreite, die der Beruf bietet. Ob Kripo, Streifenpolizist, Hundeführer oder Kradfahrer - hier finde jeder den Bereich, der ihm liegt, sagt der 50-Jährige.

Zwar hat der technische Fortschritt die Polizeiarbeit erleichtert - Fahndungen und Personenkontrollen lassen sich über die zentralen Register schneller abgleichen - doch die Aufgaben hätten sich seit seinem Berufsstart kaum verändert. Als er seine Wahl traf, wollte er Menschen helfen und für Gerechtigkeit sorgen. "Das war keine blauäugige Entscheidung", sagt er rückblickend. "Schon mein Großvater und mein Vater waren Polizist. Was den Beruf ausmacht, war mir damals schon bewusst." Er könne sich auch heute keine andere Tätigkeit vorstellen, die er mit derselben Leidenschaft ausüben würde wie den Polizeidienst. Trotz steigender Aggressivität und vieler Gewaltdelikte hat sich seine Grundeinstellung mit den Jahren nicht geändert. "Nicht alle Menschen sind schlecht."

Gerade die Anonymität in der Masse mache es Gewalttätern aber leichter, ihre kriminelle Energie auszuleben. In Monheim sei die Lage zum Glück recht übersichtlich. "Ich kenne meine Pappenheimer." Doch gibt es immer wieder Ausnahmesituationen, etwa wenn Drogen im Spiel sind und Familienstreitigkeiten eskalierten. "Dann sind die Beteiligten oft nicht berechenbar." Mit den Jahren habe er aber ein Gefühl für solche Situationen entwickelt, und sei relativ entspannt in seine Einsätze gegangen - immer mit kugelsicherer Schutzweste. Neben Dank und Anerkennung musste Dünchheim aber auch lernen, mit Beleidigungen und Pöbeleien zu leben. "Damit kann ich professionell umgehen und weiß darauf zu reagieren", erklärt der Hauptkommissar. Doch sobald das Wohl von Kindern gefährdet gewesen sei oder Heranwachsende Opfer von schweren Verkehrsunfällen wurden, sei er als Familienvater emotional immer sehr getroffen gewesen. "Man stellt sich dann immer vor, wie es ist, wenn das eigene Kind dort liegt."

Quelle: RP
 
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