| 00.00 Uhr

Langenfeld
Der Niedergang der Düsseldorfer Börse

Langenfeld. Der Handelsplatz wird von ihren Eigentümern verkauft an die Börsen AG. Mehrere Arbeitsplätze gehen verloren. Von Thorsten Breitkopf

Die Börse Düsseldorf wird mit der in Hamburg und Hannover fusioniert. Verwirrung gab es um einen inzwischen widerrufenen Insolvenzantrag des Maklers Schnigge. Wir erläutern Details zu den Neuerungen an NRWs letztem verbliebenen Wertpapierhandelsplatz.

Wie läuft die Fusion ab? Die heutigen Eigentümer der Börse Düsseldorf AG werden ihre Aktien an die so genannte Börsen AG verkaufen. Diese Firma betreibt bereits heute die Wertpapierhandelsplätze in Hamburg und Hannover. "Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden", sagt der Vorstandsvorsitzende der Düsseldorfer Börse, Dirk Elberskirch. Bereits zum 1. Januar soll Elberskirch zufolge das operative Geschäft aus Hamburg erfolgen.

Warum wird die Börse Düsseldorf verkauft? Früher war die WestLB größter Aktionär der Düsseldorfer Börse. Nach deren Untergang hält nun die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) als Rechtsnachfolger das größte Aktienpaket. "Diese kann aber nicht dauerhaft in der Trägerschaft bleiben, da sie ja den Auftrag hat, alle Vermögenswerte nach und nach zu veräußern", sagt Elberskirch. Auch die anderen Aktionäre scheinen aber kein großes Interesse an der Fortführung einer unabhängigen rheinischen Börse zu haben.

Ist das der einzige Grund? Sicher nicht. Das Handelsvolumen der Börse Düsseldorf schrumpft seit Jahren beständig. 95 Prozent aller Wertpapiere werden heute elektronisch über Xetra gehandelt. Den Rest-Markt teilen sich fünf deutsche regionale Börsen, wohl zu wenig, um wirklich zu überleben.

Was ändert sich für Anleger? Laut Börsenchef Elberskirch nichts. Der Handelsplatz Düsseldorf bleibt auf den Kurszetteln erhalten, auch die Technik, etwa für das Handelssystem Quotrix, bleibt in Düsseldorf. Allerdings werden fünf Stellen von rund 15 Stellen gestrichen. Wer der neue Chef wird, ist noch nicht öffentlich.

Welche Folgen hat der Weggang des Maklerhauses Schnigge? Im September hatte die Finanzaufsicht Bafin über Düsseldorfs letzten Skontrenführer, also Haupt-Wertpapiermakler, einen Insolvenzantrag gestellt, weil ein Geschäft nicht abgewickelt werden konnte. Daraufhin hat sich die Börse Düsseldorf mit der Firma Renell einen neuen Skontrenführer gesucht, der verbindliche Kurse für Anleger bei 15.000 Aktien und Anleihen stellen muss. Inzwischen ist das Insolvenzverfahren über Schnigge zurückgezogen worden, weil das Geschäft doch abgewickelt werden konnte. Dennoch ist Renell und nicht Schnigge künftig Makler in Düsseldorf. Allerdings sitzen die Händler in Frankfurt, und nicht wie früher in Düsseldorf.

Was bleibt von der Börse Düsseldorf? Die operative Geschäftsführung ist in Hamburg, die Händler in Frankfurt, was bleibt, ist die Technik und der Handelsplatz auf dem Papier, ferner die acht oder neun Mitarbeiter am Ernst-Schneider-Platz und die Leuchtreklame. Die AG wird nach der Veräußerung im Laufe des Jahres 2017 sukzessive aufgelöst.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld: Der Niedergang der Düsseldorfer Börse


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.