| 00.00 Uhr

Analyse
Der Spagat der Stadt für attraktive Shopping-Center

Langenfeld. Am Ende der Stadtgalerie gähnen leerstehende Ladenlokale den Kunden an. Auch im Marktkarree ziehen zwei weitere Geschäfte aus ihren Räumen aus. Von Heike Schoog

Die Stadt ist rührig. Sie organisiert Feste und Events, damit Kunden in die Stadt kommen. Verkaufsoffene Sonntage werden mit Programm attraktiver gestaltet. Das interaktive Projekt "Future City" ist angelaufen und soll den Handel stärken. Doch all diese Bemühungen sind ergänzendes, wenn auch wichtiges, Beiwerk. Denn schlussendlich regiert die Macht der Marktgesetze - vor allem in den Shopping-Centern.

"Am Ende müssen die Renditen stimmen", sagt Stadtplaner Ulrich Beul, der gemeinsam mit Bürgermeister Frank Schneider und Citymanager Christoph Zimmermann zuletzt für den Einzug eines Vollsortimenters in das lange leerstehende Kaisers'-Lokal gekämpft hat. "Die Verhandlungen laufen noch. Aber sie dauern." Einer der Gründe seien die vielen Beteiligten. Denn neben dem Centermanagement der Stadtgalerie hat auch der Eigentümer des Objekts, ein Wörtchen mitzureden. Die Berliner Estama GmbH, die für eine internationale Investorengruppe die Stadtgalerie verwaltet, ist nur Vermittler.

Hohe Mieten sind häufig der Grund, warum Händler aus ihren Läden ziehen. Denn die Summe muss erst einmal reinkommen. Für die Candle Factory, die vor gut zehn Jahren ihr erstes Ladenlokal an der Hauptstraße bezogen hat, ist diese mit ein Grund für den anstehenden Auszug aus dem Marktkarree. Gut zwei Jahre haben die Mitarbeiter dort Kerzen und Dekoration angeboten. Die Boutique Bonita hat das Karree gerade verlassen. Jetzt ist die Bekleidungskette nur noch in der Stadtgalerie vertreten. "Das war einfach zu nah bei einander", hieß es dort.

"Jeder Leerstand schadet der Langenfelder City", weiß Bürgermeister Frank Schneider und hofft, dass diese bald beseitigt sind. "In der Stadtgalerie sind nach 16 Jahren die Verträge ausgelaufen", ergänzt Beul und mahnt zur Geduld. Das Kommen und Gehen sei ein normaler Vorgang, funktioniere aber nicht immer "von heute auf morgen. Bisher haben wir es aber immer wieder geschafft, Interessenten für die leerstehenden Lokale zu finden."

In Monheim will man solche Entwicklungen nicht dem freien Spiel des Marktes überlassen. Durch ein Vorkaufsrecht hat die Stadt sich den Zugriff auf Immobilien im Innenstadtbereich gesichert. Diese könnte sie nach ihren Vorstellungen zur Stärkung des Handels entwickeln und hat so selbst Einfluss auf das Sortiment sowie natürlich auch auf die Mieten. Das kann (und will) sich allerdings nicht jede Stadt leisten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Analyse: Der Spagat der Stadt für attraktive Shopping-Center


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.