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Jens Geyer Mdl
"Die Beamten kennen ihre Pappenheimer"

Langenfeld. Der Landtagsabgeordnete begleitete eine Nachtstreife der Polizei Langenfeld.

Lanenfeld/MOnheim Familienstreitigkeiten, Ruhestörung, versuchter Einbruch, die Ergreifung eines Straftäters. Das durfte MdL Jens Geyer (SPD) erleben, als er in den Sommerferien eine Nacht lang eine Polizeistreife der Wache Langenfeld begleitete.

Wie kam es zu dem Besuch?

Geyer Als Mitglied des Innenausschusses des Landtags interessiert mich auch die praktische Arbeit der Polizei. Es ist eine Sache, Gesetze zu beschließen, aber ich wollte mir vor Ort ein Bild davon machen, welche Auswirkungen diese Entscheidungen haben: Was leistet die Polizei eigentlich? Wie sieht ihre Belastung aus? Was müssen die Menschen mitbringen, um den Dienst am Bürger verrichten zu können? Ich war dann von 21.40 bis 5.30 Uhr auf der Wache, da erlebt man dann hautnah mit, welche körperliche Belastungen wir den Menschen abverlangen, die in Wechselschichten arbeiten müssen.

Ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen (Furcht vor Einbrüchen) oft Thema bei Gesprächen in Ihrem Wahlkreis?

Geyer Das Thema Sicherheit dringt immer mal wieder durch - auch bei schriftlichen Anfragen. Fragen wie, ob denn die Wache in Monheim personell ausreichend aufgestellt ist? Gerade die Einbruchskriminalität beschäftigt die Menschen. Deshalb war es für mich auch besonders eindrucksvoll, dabei zu sein, als die Beamten dank aufmerksamer Nachbarn einen Einbrecher auf frischer Tat erwischten. Das war sehr spannend, zu beobachten, wie die Polizei dabei vorgeht, wie sich die Beamten auf der Baustelle an der Franz-Boehm-Straße an den Täter heranpirschten und lautlos miteinander kommunizierten. Es war um 4.30 Uhr ja auch noch stockdunkel.

Welchen allgemeinen Eindruck haben Sie bei ihrem Nachteinsatz gewonnen?

Geyer Ich schätze und respektiere die Arbeit dieser Polizisten, die auch in brenzlichen Situationen hoch motiviert und professionell agieren, sehr. Sie können sich sehr gut auf die jeweilige Situation einstellen, zeigen Empathie und schlagen bei einer bloßen Personenüberprüfung auch mal einen kumpelhaften Ton an. Natürlich unterstellt man einem Polizisten generell, dass er mit einer gefährlichen Situation professionell umgeht, es ist aber doch sehr eindrucksvoll, wenn man es selber erlebt. Und die Beamten sind trotz aller Belastung hoch motiviert: Sie kennen die städtischen Strukturen, "ihre" kriminellen Pappenheimer, die Familien, die immer wieder straffällig werden, die einschlägigen Motorradclubs. Sie sind nah dran und legen sich ins Zeug.

Haben die Polizisten denn auch Wünsche an Sie herangetragen?

Geyer Ja, ein zentraler Wunsch, von dem sich die Polizisten eine große Arbeitserleichterung erhoffen, sind Tablets, mit denen sie nach einem Einsatz direkt ihre Notizen erfassen können. Auf dieser Basis könnten sie danach leichter ihre Anzeige schreiben. Ich kann diesem Ansinnen folgen, ich hab mich dann erkundigt und es ist auch bereits im Ministerium ein entsprechendes Projekt in Planung. Ein anderes Thema, das zur Sprache kam, war das Dienstfahrzeug: Der BMW - so schön er ist - drinnen ist es eng. Der Wagen ist bereits ziemlich vollgestopft, wenn dann noch ein Verdächtiger hinten rein muss, wird es knüppeleng.

Gibt es in Langenfeld oder Monheim Ecken, in die sich kein Polizist allein begibt, sogenannte No-go-Areas??

Geyer Das nicht, aber die Polizisten wissen natürlich, wo sich junge Leute treffen, um sich zu illegalen Rennen zu verabreden oder wo sich überhaupt bestimmte Gruppierungen aufhalten - sie sind, wie gesagt, sehr szenekundig.

Was ist im Moment ein wichtiges polizei-politisches Thema im Innenausschuss ?

Geyer Das Projekt Body-Cam, für das wir gerade die rechtliche Grundlage schaffen. Die erste Lesung im Landtag hat ja bereits stattgefunden. Das Gesetz soll noch in 2016 verabschiedet werden, ein Modellprojekt soll dann zunächst bis 2019 laufen. Das Besondere ist, dass die Body-Cam es auch im häuslichen Bereich eingesetzt werden soll. Dort können die Beamten dann auch Tonaufnahmen machen. Wenn also eines jener gewalttätigen Pärchen die Beamten beleidigt, kann das direkt dokumentiert werden. Damit wären wir in NRW dann führend in Deutschland.

DIE FRAGEN STELLTE DOROTHEE SCHMIDT-ELMENDORFF

Quelle: RP
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