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Langenfeld/Monheim
Die Einbruchszahlen steigen wieder

Langenfeld/Monheim. 171 Straftaten innerhalb der ersten acht Monate verzeichnet die Polizei in Langenfeld. 2014 waren es 135 Fälle bis August. Von Norbert Kleeberg, Christoph Schmidt und Heike Schoog

Täter sind ganzjährig unterwegs. Doch in der Herbstzeit wird es im Bereich der Einbrüche ganz massiv - und so ist es auch in diesem Jahr. Die Zahl dieser Delikte wird weiter deutlich steigen. Das sieht auch Kriminaldirektor Johannes Hermanns so. Im Kreis habe man im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 40 Prozent. In Langenfeld ist die Zahl für die ersten acht Monate auf 171 Einbrüche gestiegen. 2014 waren es im Vergleichzeitraum 135. Das sei eine Steigerung von mehr als 20 Prozent, sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. In Monheim fällt der Anstieg nicht gar so steil aus. Dort sind die Zahlen von 84 (2014) auf 92 in den acht Monaten dieses Jahres gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent. "Die Einbruchszahlen steigen landesweit", erklärt Hermanns. Woran liegt das? "Wir werden von Diebesbanden aus Südosteuropa überrollt", sagt der Kriminaldirektor: "Im vergangenen Jahr waren andere Bundesländer betroffen. Jetzt ist Nordrhein-Westfalen dran."

Die Polizei könne auch Erfolge verzeichnen: "In diesem Jahr konnten wir im Kreis Mettmann 30 Mal Einbrecher noch am Tatort festnehmen", aktualisiert Löhe.

Was können die Bürger angesichts dieser Lawine von Einbrüchen tun? Einiges, meint Hermanns. Er hat eine Zahl parat, die aufhorchen lässt: "In den ersten sechs Monaten blieben 43 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken, 2013 waren es 39 Prozent." Viele Bürger haben inzwischen die Türen und Fenster ihrer Wohnungen offenbar technisch besser gesichert. Der Kriminaldirektor führt das auch auf verstärkte Aufklärungsarbeit zurück.

Die Beamten der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Polizeiwache Hilden (Telefon 02104/982-7500), die auch für Langenfeld und Monheim zuständig ist, bieten ihren kostenfreien Rat jedem an, erläutert deren Leiter Uwe Kohfeldt: "Wir kommen auf Wunsch auch in die Wohnung." Das werde "gleichbleibend", aber offenbar nicht von jedem angenommen, deutet er an. Die Polizisten kennen die Kniffe der Einbrecher ganz genau. Und sie informieren neutral über Sicherungstechnik und über zertifizierte Firmen, die sie sachgerecht einbauen.

Wer die Dienste der Beratungsstelle in Anspruch nehmen will, sollte sich beeilen. "Ab 19. Oktober werden die Termine knapp", weiß Kohfeldt. Allerdings erhalte jeder Bürger, der sich an die Präventionsstelle wendet, auch einen Termin, ergänzt Löhe. Er versichert, dass man bei den Präventionsprogrammen für Bürger nicht nachlassen werde. Er spricht von "reisenden Tätern", die in den Sommerferien in ihre Heimat zurückfahren. In dieser Zeit seien die Zahlen auch zurückgegangen, so Löhe.

Der Polizist betont, dass man vor allem unter Nachbarn sehr wachsam sein sollte. "Wenn einem etwas auffällt, dann sollte man auch nicht zögern, die Polizei zu informieren", ermuntert Ulrich Löhe noch einmal nachdrücklich. "Wir kommen lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig raus." Es kostet denjenigen, der die Polizei gerufen, übrigens nichts, wenn sich falscher Alarm herausstellt Löhe räumt mit einem Trugschluss auf: "Viele glauben, dass die meisten Einbrüche in der Nacht passieren. Das ist definitiv falsch. Es sind Tageswohnungseinbrüche, die am häufigsten vorkommen."

Quelle: RP
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