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Langenfeld
Die fünf letzten Stolpersteine werden in Kürze verlegt

Langenfeld. In seltener Einmütigkeit hat der Stadtrat in der gestrigen Sitzung beschlossen, dass "schnellstmöglich" weitere fünf so genannte Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt werden sollen. Bislang hat der Künstler Gunter Demnig in Langenfeld zehn solcher Messingplatten in den Boden gesetzt, auf denen Name, Lebensdaten und Sterbeort von jüdischen Langenfeldern stehen, die in der NS-Zeit umgebracht wurden. Diese Stolpersteine, die Demnig seit 20 Jahren in ganz Deutschland verlegt, liegen genau dort, wo die Holocaust-Opfer vor ihrer Deportation und Ermordung zuletzt gewohnt hatten.

15 Stolpersteine hatte der Stadtrat vor elf Jahren beschlossen. Doch die Verlegung von fünf Messingtäfelchen scheiterte bislang am Widerstand von Hauseigentümern, vor deren Gebäude die Steine platziert werden sollen. Und solch ein Einverständnis war nach dem Ratsbeschluss von 2005 die Bedingung, auf die die CDU-Mehrheitsfraktion seither streng gepocht hatte. "Unlängst gab es aber zwei Eigentümerwechsel", sagt der städtische Fachbereichsleiter Jürgen Öxmann. Nunmehr gebe es keinen Widerstand mehr gegen die fünf Stolpersteine an der Berghausener Straße (3), Grenz- und Ganspohler Straße. Sie sollen an Angehörige der Familien Meyer, Herz, Salomon und Berg erinnern. Diese Langenfelder jüdischen Glaubens wurden 1941/42 in eines der Vernichtungslager im von der Wehrmacht eroberten Osten deportiert und dort ermordet.

Den Antrag zur gestrigen Sitzung hatten alle fünf Ratsfraktion gemeinsam gestellt. Zugleich forderten die Parteien in ihrem einstimmigen Beschluss die Stadtverwaltung auf, für eine offizielle Gedenkfeier mit Gunter Demnig einen Termin abzustimmen. Dieser mittlerweile auch in anderen Staaten aktive Künstler sei sehr beschäftigt, merkte Öxmann an. "Wir hoffen, dass der Termin noch 2016 klappt."

"Gut, dass der Ratsbeschluss von 2005 dann endlich komplett umgesetzt sein wird", befand Bürgermeister Frank Schneider. "Es vertut sich ja auch kein Hauseigentümer etwas, indem er solch einen Stolperstein vor seinem Gebäude duldet."

(mei/gut)
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