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Langenfeld/Monheim
Die Gerste ist drin, jetzt kommt der Raps

Langenfeld/Monheim: Die Gerste ist drin, jetzt kommt der Raps
Josef Aschenbroich misst den Feuchtigkeitsgehalt beim Raps. Er muss vor der Ernte unter 15 Prozent liegen. FOTO: Matzerath
Langenfeld/Monheim. Wegen der Trockenheit ist die Gerste früher gereift. Jetzt stehen Roggen und Raps auf dem Plan, gefolgt vom Weizen. Von Heike Schoog und Christoph Zacharias

Landwirt Josef Aschenbroich hat die Wintergerste schon eingefahren. "Wir waren diesmal eine Woche früher als üblich dabei", sagt er. Grund sei das anhaltend trockene Wetter gewesen. Die Hitzewelle habe außerdem zur Eile gedrängt. "Die Gerste ist dadurch schneller gereift als sonst", so Aschenbroich. Normalerweise erntet er acht bis neun Tonnen pro Hektar. "In diesem Jahr war es aufgrund der Trockenheit weniger."

Ob es in den nächsten Wochen mit Roggen oder Raps weitergeht, stehe noch nicht fest, sagt Aschenbroich. Er misst vorsorglich schon einmal den Feuchtigkeitsgehalt auf seinem Rapsfeld. "Die Feuchtigkeit muss unter 15 Prozent liegen", sagt er. Sonst könne man das Getreide nicht lagern. Der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Langenfeld/Monheim, der neben den Feldern auch eine Hühnerzucht und einen Hofladen unterhält, setzt auf direkte Vertriebswege. "Unseren Raps bringen wir nach Neuss in die Ölmühle", sagt er. Dort wird sie zu Öl und Margarine verarbeitet. Ein Teil werde Benzin und Diesel beigemischt. "Der Rest wird zu Rapsschrot und kommt ins Futter", sagt Aschenbroich.

Der Langenfelder liegt mit dem Erntezeitpunkt bei der Wintergerste im Mittel der Jahre. Im Niederbergischen werde meist später geerntet, weiß auch der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Mettmann, Johannes Kircher. Die Löß-Lehmböden im Niederbergischen können mehr Wasser speichern als das sandige Rheinland. "Deshalb leidet das Getreide nicht so sehr unter der Trockenheit." Nach der Gerste wird Kircher ebenso wie Aschenbroich den Raps ernten. Er befindet sich jetzt in der Abreife. "Wenn es so heiß bleibt, geht das ganz zügig", sagt der Landwirt.

Die Landwirte hoffen, die Ernte trocken unter Dach und Fach einzufahren. Bei anhaltend gutem Wetter wird in rund zwei bis vier Wochen auch der Winterweizen, die wichtigste Getreideart im Rheinland, reif sein.

Da es vielerorts im Rheinland zu wenig geregnet hat - nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes oft nur 60 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages in NRW - können die Bauern in diesem Jahr voraussichtlich keine Rekordernte einfahren, sagt der Rheinische Landwirtschaftsverband. Die Niederschläge der vergangenen Woche konnten das Defizit nicht überall ausgleichen. Kircher ist mit seiner Prognose noch vorsichtig. "Eventuell verbuchen wird doch noch eine überdurchschnittliche Ernte."

Der RLV erwartet einen mittleren Ernteertrag mit guter Qualität. Die Getreidebestände haben sich trotz der Trockenheit bis auf wenige Ausnahmen gut entwickelt. Besonders am Niederrhein mit leichteren Böden, auf denen auch Weizen angebaut wird, machen sich die Auswirkungen der Trockenheit bemerkbar.

Rund 30 Betriebe (respektive 60 Mitglieder) zählen zur Ortsbauernschaft Langenfeld/Monheim. In Langenfeld werden rund 1030 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt, in Monheim 748 Hektar.

Quelle: RP
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