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Analyse
Die Langenfelder Feuerwehr rüstet jetzt nach

Langenfeld. Auch die Posthornstadt wird künftig wie alle anderen Städte im Kreis die von der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren empfohlenen zehn statt wie bisher nur neun Funktionen vorhalten. Nachfolger von Ex-Leiter Heinz Josef-Brand wird Wolfram Polheim. Von Heike Schoog

Die Stadt Langenfeld gibt dem Drängen des neuen Kreisbrandmeister Torsten Schams nach und rüstet auf. Bislang hat die Feuerwehr Langenfeld als einzige im Kreis nur neun von empfohlenen zehn Funktionen für den Fall eines so genannten kritischen Wohnungsbrands (dabei sind Menschen gefährdet, die sich bei einem Brand im Obergeschoss eines Hauses befinden) vorgehalten. Künftig werden es zehn sein. Das hat der Ausschuss für Soziales und Ordnung so beschlossen. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner September-Sitzung. Stimmt er zu, gilt die Regelung.

Hinter dem sperrigen Begriff "Funktionen" verbergen sich Aufgaben, die jeweils von einem Feuerwehrmann erfüllt werden - wie etwas die Einsatzleitung, der Angriffstrupp das Führen einer Drehleiter, das Ausrollen des Schlauchs und andere. "Bislang sind wir mit neun Funktionen gut klargekommen", sagt die auch für die Feuerwehr zuständige Erste Beigeordnete Marion Prell. "Die vorgesehene Aufstockung bringt natürlich eine Verbesserung."

Gesetzlich festgelegt ist die Zahl der vorzuhaltenden Funktionen nicht. Es gibt lediglich eine Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Berufsfeuerwehren, wie viele Funktionen im Fall eines kritischen Wohnungsbrandes vorgehalten werden sollten. "Diese heute als anerkannte Regel der Technik geltende Einschätzung gab es bereits 2002, als wir den ersten Brandschutzbedarfsplan aufgestellt haben", sagt Prell. Die Feuerwehr sei allerdings in den vergangenen Jahren leistungsfähig genug gewesen, ohne die zusätzliche Funktion auszukommen. Jedoch habe es in jüngster Zeit Gerichtsurteile gegeben, die eine Aufstockung nahelegten, erläutert Prell. Besetzt werden soll die zehnte Funktion in Langenfeld mit Ehrenamtlichen. "Auch Freiwillige sollen die Chance bekommen, im ersten Abmarsch bei der Brandbekämpfung dabei zu sein", sagt die Beigeordnete. Denn keine weiß besser als sie, dass es Langenfeld - wie anderen Städten auch - zunehmend an Ehrenamtlichen mangelt. Die Freiwilligen in Reusrath bekommen gerade noch eine Löschgruppe zusammen. Dort gibt es nur acht rein freiwillige Kräfte, die unterstützt werden von zwei hauptamtlichen Kräften, die auch in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Wehr arbeiten.

Deshalb soll es künftig eine Geschäftsstelle Freiwillige Feuerwehr geben, die zum einen als Schnittstelle zwischen hauptamtlicher Feuerwehr und ehrenamtlichen Kräften vermittelt, die sich zum anderen aber auch aktiv auf die Suche nach Freiwilligen macht.

Der (noch nicht benannte) Mitarbeiter soll Marcus Jagieniak, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr sowie stellvertretender Referatsleiter, und den künftigen Chef der Berufsfeuerwehr unterstützen. Dieser heißt übrigens Wolfram Polheim. Der 48-Jährige wird zum 1. August die Nachfolge des pensionierten Leiters Heinz-Josef Brand übernehmen. Polheim leitet zurzeit die Rettungsassistenten-Schule in Düsseldorf und kennt daher viele Feuerwehrleute aus ihrer Ausbildungszeit. Die Belange des ehrenamtlichen Engagements und des Hauptamtes sollen mit Hilfe der Geschäftsstelle effektiver aufeinander abgestimmt werden. Mit der Anpassung an den Kreis Mettmann lautet das Langenfelder Schutzziel, das im aktualisierten Brandschutzbedarfsplan ausgewiesen ist: Die Feuerwehr muss innerhalb von acht Minuten mit zehn Funktionen vor Ort sein. 58 hauptamtliche Kräfte im abwehrenden Brandschutz, sechs weitere hauptamtliche Kräfte sowie 92 Freiwillige stehen der Feuerwehr dafür zur Verfügung.

Quelle: RP
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