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Die Madämchen spielen in Monheim

Die Madämchen spielen in Monheim
Drei Generationen in einem Ensemble - das Damensalonorchester aus Köln bei einem Auftritt. Gründerin Dorota Lesch spielt die erste Geige. FOTO: Franz-Heinrich Busch (bsen)
Langenfeld. Am kommenden Sonntag, 27. September, spielt das Kölner Damensalonorchester mit seiner Gründerin Dorota Lesch in der Gänseliesel-Stadt..

Frau Lesch, wie sind Sie auf die Idee gekommen, vor 31 Jahren ein Damensalonorchester zu gründen?

Lesch Es gab einige Herrenorchester, da wollte ich ein Damenorchester gründen. Das war etwas völlig Neues. Wir waren damals bundesweit das erste Damensalonorchester.

Sind Sie dabei als Frau auf Schwierigkeiten gestoßen?

Lesch Ja, ich musste mich durchsetzen in der musikalischen Männerwelt. Man hat es Frauen damals nicht zugetraut, ein Orchester zu leiten. Viele konnten sich nicht vorstellen, dass Frauen das auch können. Ich habe es bewiesen.

Wie ist Ihr Salonorchester zusammengesetzt?

Lesch Wir haben mit drei Streichern, einer Cellistin sowie einem Kontrabass angefangen. Heute haben wir auch eine Schlagzeugerin sowie eine Saxofonistin dabei und spielen mit sieben Musikerinnen in drei Generationen. Ich vertrete die dritte Generation alleine und spiele die erste Geige.

Gibt es da keine Generationenkonflikte?

Lesch Eher selten, aber Unstimmigkeiten werden bei uns gleich direkt ausgeräumt.

Wie sind Sie auf die Geige gekommen?

Lesch Ich komme aus einer Musikerfamilie in vierter Generation. Mein Vater war ein hervorragender Geiger und hatte vor dem Krieg auch ein Salonorchester. Ich habe dann an der Hochschule in Köln Musik in der Meisterklasse studiert. Die Geige ist ein wunderbares Instrument. Ich darf jeden Ton selbst formen und in mein Geigenspiel meine ganze Seele hineinlegen. Ich mag auch das Klavier, aber Gott sei Dank gab es nach dem Krieg kein Klavier für mich. Deshalb bin ich auf das Geigenspielen gekommen.

Welche Stücke spielen Sie?

Lesch Unser Standard-Repertoire reicht von Foxtrott, Tango, Ragtime, Charleston, Walzer, Operetten und Tonfilm-Schlagern bis hin zu Boogie und Rock 'n' Roll.

Sie haben auch schon in der Essener Philharmonie und im Leipziger Gewandhaus gespielt. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Lesch Im Leipziger Gewandhaus wurden wir mit Geschenken und Blumen überhäuft. Das war ein schönes Erlebnis. Ich lege großen Wert auf Qualität. Wir wollen Gute-Laune-Musik für die Menschen machen. Deshalb haben wir auch Gags wie eine Trillerpfeife, eine Autohupe oder ein Glockenspiel eingebaut. Das macht den Charme aus.

Sie sind jetzt im Rentenalter. Wann wollen Sie sich zur Ruhe setzen?

Lesch Es macht so einen großen Spaß. Ich will, so lange es geht, weiterspielen. Und wer nicht genug hat und die Madämchen nach Hause mitnehmen möchte, der kann unsere Musik entweder als CD erstehen oder uns als Salontrio für eine private Festivität buchen.

VIOLA GRÄFENSTEIN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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