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Bernd Stelter
"Die Monheimer gehen nicht nur gut mit - sie hören auch zu"

Bernd Stelter: "Die Monheimer gehen nicht nur gut mit - sie hören auch zu"
Bernd Stelter ist ein guter Beobachter. Am 27. November erzählt er davon in der Monheimer Aula. FOTO: W. Kaiser
Langenfeld. Seit 25 Jahren begeistert Bernd Stelter die Menschen als Entertainer, Moderator, Musiker und Karnevalist. Jetzt kommt das Showtalent mit seinem Programm "Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte" nach Monheim.

Wie schaffen Sie es, die Menschen mit Ihrem Programm und Ihrer Musik seit einem Vierteljahrhundert zu begeistern?

Stelter Ich habe kein Geheimrezept. Ich glaube, ich bin einfach authentisch, und das merken die Menschen. Ich verkleide mich zwar zwischendurch, aber ich bin keine Kunstfigur. Ich mag Menschen. Ich bin ein echter Philanthrop. Ich beobachte die Leute und versuche, sie mit Themen, die sie bewegen könnten, zu unterhalten. Bei mir darf sich das Publikum zurücklehnen. Es fließt auch die ein oder andere Träne. Es ist schön zu sehen, wie an bestimmten Stellen Paare die Hand der Partnerin oder des Partners nehmen.

Es gibt auch Tränen?

Stelter Ja, das kann in meiner Show schon passieren. Es gibt alle Facetten der Unterhaltung. Da können auch mal Tränen fließen.

Der Titel Ihrer Show klingt sehr vielversprechend?

Stelter Stimmt. Es geht um das Thema Heiraten und Ehe. Ich selbst sage, man sollte nie verliebt heiraten, dann könnte es sein, dass es nicht hält. Das hat was mit dem Hormonrausch zu tun. Ich selbst bin glücklich verheiratet und feiere in diesem Jahr meine Silberhochzeit. Doch jede Ehe ist ein Stück Arbeit. Natürlich auch unsere.

Erzählen Sie von Ihrer Ehe?

Stelter Nein, dann hätte sich meine Frau wahrscheinlich schon längst von mir scheiden lassen. Ich erzähle Geschichten aus dem Leben, das, was ich so beobachte. Dazu kommen Lieder aus meinem neuen Album. Zum Beispiel der Song "Schnall mich fest, mein lieber Mann!"

Das klingt nach Sado-Maso. Was ist das genau?

Stelter Ich schildere, was aus meiner Sicht in manchen Schlafzimmern nach dem Lesen des Bestsellers "Fifty shades of grey" passiert. Aber Achtung! Es ist nichts Autobiografisches. Ich habe mir einfach nur meine Gedanken dazu gemacht, weil so viele Menschen auf der ganzen Welt und in Deutschland diese Bücher gelesen haben sollen.

Lesen Sie wirklich solche Romane?

Stelter Ich lese tatsächlich ständig und überall. Einfach alles, was mir unter die Finger kommt. Natürlich muss ich auch wissen, was die Menschen im Land interessiert. Und wissen Sie, was ich festgestellt habe? Es gibt keine Romane über glückliche Ehen.

Den können Sie dann ja noch schreiben?

Stelter Genau das mache ich auch gerade. Ich sitze zurzeit zuhause an meinem Schreibtisch und schreibe. Ich freue mich aber auch, wenn ich unterwegs sein kann.

Wie haben Sie es denn geschafft, selbst so lange in Ihrer Ehe glücklich zu sein?

Stelter Ich kann nur sagen: Man muss neugierig aufeinander bleiben. Ein Patentrezept gibt es nicht. Eine Ehe ist wie eine Schweizer Uhr. Man muss immer wieder daran basteln, damit die Rädchen ineinandergreifen. Wenn einer niest bei der Reparatur, dann fängt man von vorne an.

Wie gewinnen Sie generell Ihr Publikum?

Stelter Rudi Carrell war mein Mentor. Er hat viel bei mir bewirkt. Er sagte mal zu mir: "Stelter, du bist ein dicker Mann, ein dicker Mann lehnt sich zurück und erzählt Schönes zum Weinen und zum Lachen. Damit kriegst du die Leute". Rudi hat mir nie gesagt, was er wirklich über mich denkt. Das habe ich erst in seiner Biografie erfahren, in der er mich über den grünen Klee lobt, aber ich glaube, er wollte, dass ich auf dem Teppich bleibe.

Worauf freuen Sie sich in Monheim?

Stelter Ich bin sehr gerne in Monheim, weil die Leute hier nicht nur gut mitgehen, sie hören auch zu, und das ist in der heutigen Zeit selten und etwas sehr Wertvolles.

VIOLA GRÄFENSTEIN SPRACH MIT BERND STELTER.

Quelle: RP
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