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Monheim
Die Moschee-Pläne sind da

Monheim: Die Moschee-Pläne sind da
Einer der Pläne, die der Ratsvorlage beiliegen: die Bebauung des Menk-Geländes mit Moschee, Flächen für Freiluft-Aktivitäten und Parkplätzen FOTO: Archit. Abdel-Hamid
Monheim. Am Donnerstag informiert die Stadt Monheim ihre Bürger in der Aula über die umstrittenen Moschee-Pläne. Die Ratsvorlage steht jetzt im Internet. Von Thomas Gutmann

Seit ihrer Bekanntgabe vor knapp zwei Wochen schlagen die Moscheepläne hohe Wellen. Die Stadt Monheim will den beiden hiesigen islamischen Gemeinden (Türken und Arabern ) je ein Grundstück für den Bau einer Moschee mit Gemeindezentrum überlassen - gratis. Für dieses Geschenk in einem Gesamtwert von rund 850.000 Euro schlägt Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) erbitterte Ablehnung entgegen, im Internet ebenso wie aus den Reihen der Bürgerschaft und der Ratsopposition. Jetzt steht die entsprechende Ratsvorlage im Internet. Die Stadt hat sie am Montagnachmittag - drei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Info-Abend zum Moscheebau - im Ratsinformationssystem veröffentlicht.

Wer sich auf die Versammlung am morgigen Donnerstag in der Aula am Berliner Ring vorbereiten will (Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr; nur für Monheimer, Personalausweis!) und sich deshalb die Tagesordnung für den Rat am 6. Juli herbeiklickt, sollte auf etwas Lektüre gefasst sein. Ausgedruckt umfasst das Paket von Vorlage Nr. IX/0812 (Top 6) 21 Seiten. Im einzelnen sind das die Beschlussempfehlung (eine Seite) und deren Begründung (acht Seiten), die Verträge der Stadt mit den beiden Gemeinden sowie die Grundstückspläne mit - im Falle der arabischen Moschee (Menk-Gelände) - einer ersten inhaltlichen Ausgestaltung des Areals.

Die Beschlussempfehlung der Verwaltung für den Rat mit seiner deutlichen Peto-Mehrheit besagt unter anderem, der türkischen Ditib-Gemeinde ein 4150-Quadratmeter-Grundstück an der Friedenauer Straße (ehemalige Wilhelm-Busch-Grundschule) kostenfrei zu überlassen sowie der arabischen Gemeinde einen zweckgebundenen 420.000-Euro-Zuschuss zu geben für den Erwerb eines 3500-Quadratmeter-Grundstücks auf dem ehemaligen Menk-Gelände (Opladener Straße), das sich im Besitz der Stadtentwicklungsgesellschaft befindet.

In der ausführlichen Begründung beschreibt die Stadt die beiden islamischen Gemeinden als "verlässliche Partner" in Sachen Integration, die sie "aus ihrer aktuellen Hinterhofsituation herauslösen" will. Das Grundstücksgeschenk versteht die Verwaltung nach eigenen Worten als 14- bzw. 16-Prozent-Zuschuss zum Moscheebau (bei geschätzten Baukosten von 2,0 bis 2,5 Millionen bzw. mindestens drei Millionen Euro). Der Zuschuss ermögliche den Gemeinden neben einer "ansprechenden Architektur" und ausreichend Parkraum auch zusätzliche Gemeindeaktivitäten mit einer "weiteren Öffnung" nach außen.

Die beiden Verträge lassen unter anderem nur "stille Minarette" zu, verpflichten die Gemeinden zu "Verfassungstreue und Toleranz" und sehen die Rückübertragung des jeweiligen Grundstücks bei Vertragsverletzung vor.

www.rp-online.de/langenfeld

Quelle: RP
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