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Jahreswechsel Meine Uhr (9)
Die Persil-Uhr in Baumberg leuchtet

Langenfeld. Jetzt hat der Energieversorger Mega den Zeitmesser angeschlossen. Die Steuerung läuft über Funksignal. Von Petra Czyperek

Monheim Felix Thuir checkt in der Holthausener Ausbildungswerkstatt des Waschmittelkonzerns Henkel gerade einige Werksfahrräder. Notwendige Routinearbeit. "Die müssen zwischendurch mal gründlich überholt werden", sagt der Auszubildende schmunzelnd. Wenn er im Sommer 2018 seine Abschlussprüfung zum Industriemechaniker macht, gehört hingegen der Bau der Baumberger Persil-Uhr zu den Höhepunkten seiner Lehrzeit. "Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen möchte. Das war eine schöne Sache. Die habe ich mir nicht entgehen lassen", sagt der 20-Jährige. Die Konstruktion sei jedoch eine große Herausforderung gewesen. Gemeinsam mit fünf anderen Lehrlingen und unterstützt von Ausbilder Günter Gondek (56) arbeiteten die angehenden Industriemechaniker in mehreren Schritten rund zwei Jahre an dem aufwendigen Projekt.

Seit einigen Wochen steht das 5,50 Meter hohe Prachtstück nun an der sanierten Baumberger Hauptstraße nahe der katholischen St. Dionysius-Kirche. Mit einiger Verzögerung hat der Energieversorger Mega den Zeitmesser in diesen Tagen ans Stromnetz angeschlossen. Abends wird die Persil-Dame nun mit modernen LED-Lampen beleuchtet und ist ein echter Hingucker. Das Laufwerk wird signaltechnisch gesteuert.

"Dieses Modell der Persil-Uhr gibt es nur selten auf der Welt", sagt Günter Gondek. "Eine steht seit 1999 auf dem Henkel-Gelände in Holthausen, eine seit 2006 in unserem Heidelberger Werk, und eine weitere hat im November ihren Platz in Baumberg gefunden."

Der Vorsitzende des Baumberger Bürgervereins (BAB) und Ex-Henkelaner, Helmut Heymann, hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass das gute Stück an die obere Hauptstraße kam. In Baumberg wohnen nämlich viele Henkel-Pensionäre. Hans Gottschling ist einer von ihnen. "Er hat den Vorschlag gemacht, hier eine Uhr aufzustellen, als Verbindung zwischen dem Werk und den Pensionären", sagt Heymann. Willi Helbing, der im Holthausener Kraftwerk arbeitet, habe ihm sehr geholfen, das Vorhaben zu realisieren. Die Persil-Uhr ist ein Geschenk der Firma Henkel an ihre Pensionäre und die erste "öffentliche" Uhr, wie Günter Gondek betont. Gemeinsam mit sechs Azubis zum Industriemechaniker und in Zusammenarbeit mit einigen Elektronikern habe man den Zeitmesser nach alten Fotos gebaut und auch selber aufgestellt. "Wir haben sie in vier Einzelteilen mit einem Laster nach Baumberg gebracht und anschließend dort zusammengefügt", erinnert sich Felix Thuir, der bei der Montage tatkräftig geholfen hat. Die Stadt Monheim habe das Gerüst gestellt und auch das Fundament beigesteuert.

Am Anfang standen große, schwere Metallplatten, die im unteren Stockwerk der Ausbildungswerkstatt lagern. Die mussten zugeschnitten, gebogen, gebohrt und geschweißt werden. Typische Mechaniker-Arbeiten, die nicht ganz einfach waren. "Die Statik muss stimmen", erläutert der Ausbilder. "Schließlich soll die Uhr bei jedem Wetter stabil stehen." Ziel des Projektes war es, die Lehrlinge an "echte Geschäftsprozesse heranzuführen", betont Ausbildungsleiter Dr. Loert de Riese-Meyer (59). "Beim Uhrenbau mussten sie kreativ sein und selber Entscheidungen treffen." Es seien alles Arbeiten gewesen, die im Ausbildungsprozess verankert sind.

In Kürze soll in der Holthausener Ausbildungswerkstatt auch die alte Baumberger Wasserpumpe restauriert werden, sagt Helmut Heymann. "Bevor wir sie grundüberholen, muss sie noch gesandstrahlt werden", ergänzt Gondek. Im Frühjahr wird die Pumpe dann wieder an ihrem alten Standort stehen. Sie wird zusammen mit der Persil-Uhr bei einem Bürgerfest eingeweiht.

Quelle: RP
 
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