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Monheim/Langenfeld
Die Schulbücher sind da - und das tonnenweise

Monheim/Langenfeld: Die Schulbücher sind da - und das tonnenweise
Hunderte Schulbücher werden derzeit täglich bei Linda Rossbach angeliefert. Die Buchhändlerin sortiert sie und bringt sie zu den einzelnen Schulen. FOTO: matzerath
Monheim/Langenfeld. Schüler und Lehrer haben noch eine "Gnadenfrist", doch für die Buchhändler sind die Ferien spätestens seit dieser Woche vorbei. Von Thomas Gutmann

Nach der ersten Lieferung kam Linda Rossbach praktisch nicht mehr in ihre "Bücherstube". "So viele Transportwannen voller Bücher standen hier herum", erzählt die Buchhändlerin von der Alten Schulstraße in Monheim. Grund: Die Verlage liefern derzeit ihre Schulbücher aus. Rossbach nimmt in ihrem 85-Quadratmeter-Laden so viele entgegen, dass sie sie mit einer für Bücher eher ungewöhnlichen Maßeinheit bemisst: "Es sind insgesamt neun Tonnen!"

In Stückzahlen liest sich das so: "Mittwoch 1503 Bücher, Donnerstag 1367, Freitag 969, Samstag 1480", nennt Rossbach Zahlen aus dem Lieferplan. Zum Teil kommen die Bände in aller Herrgottsfrühe, so am vorigen Mittwoch um 4 Uhr. "Die größten sind die Atlanten", sagt die 53-Jährige. Überwiegend der Klassiker von Diercke - nur dass der nicht mehr in braunes Leinen wie anno dazumal eingebunden ist, sondern in Blau. "Die dicksten Schwarten sind die grünen Wörterbücher von Pons, die meistgelieferten die Bücher für die Gesamtschule, weil die auch die stärksten Jahrgänge hat." Passenderweise heißt eines "Wortstark 10" - für den Deutschunterricht. "Hinzu kommen noch tausende Bestellungen von Einzelkunden, vom Kükenheft fürs Lesenlernen bis hin zur Stochastik für die Oberstufe", sagt die Monheimerin.

Ihre Langenfelder Branchenkollegin Hiltrud Markett hat ebenfalls "riesige Lieferungen" zu bewältigen. Aus ihrer Sicht - bei knapp 1,50 Meter Augenhöhe - ist dies wörtlich zu nehmen: Die Palette mit Schulbüchern neben ihr überragt sie um gut zehn Zentimeter. "Nicht etwa in den Wochen vor Weihnachten, sondern gegen Ende der Sommerferien haben wir unsere heftigsten Großkampftage", erklärt die Inhaberin der "Bücherecke" an der Hauptstraße. "Vor der Auslieferung an die Schulen müssen wir bei jedem Buch prüfen, ob es nicht beschädigt ist", nennt sie einen der Arbeitsschritte. Ein anderer ist das Sortieren. "Schön wär's ja, wenn die Bücher nach Schulen geordnet bei uns ankämen. Statt dessen befinden sich in einem Paket 30 Englisch-Bücher für die Grundschule, zweimal Mathe für die Hauptschule und fünf Arbeitshefte für eine andere Schule."

Markett macht indes kein Hehl daraus, dass das Schulbuchgeschäft finanziell sehr wichtig ist für den Handel. "Dabei geht es in Langenfeld sehr gerecht zu", lobt sie die Stadt: "Das Bestellvolumen wird in gleichen Anteilen auf die drei hiesigen Buchhandlungen aufgeteilt." Etwa 190 000 Euro umfasst der jährliche Schulbuch-Etat der Stadt Langenfeld nach Angaben von Sabine Wirtz vom Schulamt. Wie viele Bücher werden davon angeschafft? "Das kann ich nicht genau beziffern - es sind tausende", sagt die städtische Mitarbeiterin.

Für Hiltrud Markett war das Schulbuchgeschäft übrigens das erste, womit sie es in ihrem fast 40-jährigen Buchhändler-Dasein zu tun bekam. "Ich habe an meinen 15. Geburtstag als Stift bei der damaligen Buchhandlung Helf an der Hauptstraße angefangen", erzählt die 52-Jährige. "Die ersten Tage haben sie mich mit der Sackkarre durch die Stadt geschickt - zum Schulbücher-Verteilen."

Quelle: RP
 
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