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Konrad Beikircher
"Die Themen finde ich an jeder Ecke"

Langenfeld. Der Kabarettist tritt am 12. Juni ab 20 Uhr in der Stadthalle auf. Die RP verlost heute Gratiskarten.

Sie sind mal wieder in Langenfeld. Was verbindet Sie mit der Stadt?

Beikircher Ich habe hier vor 25 Jahren angefangen, seitdem gibt es eine schöne Verbindung zu Menschen wie auch zu den Projekten. In Langenfeld findet sehr professionelle Kleinkunst statt. Die Stadt hat eine virulente Kulturmaschinerie und ist zudem noch sozial engagiert. Ich habe hier meine Fans und Freunde.

Sie sind in Südtirol geboren und leben in Bonn. Wie kommen Sie im Rheinland zurecht?

Beikircher Das ist nicht schwer. Nach dem Abitur bin ich zunächst nach Wien gegangen. 1965 entschied ich mich jedoch nach Bonn zu gehen, um dort Psychologie, Musikwissenschaften und Philosophie zu studieren. Dort lebe ich seither. Eine Studentenliebe hat mich in Bonn gehalten, aber auch die mediterrane Lebensart der Rheinländer, die man sonst so nirgendwo in Deutschland findet.

Was ist denn typisch mediterran im Rheinland?

Beikircher Rheinländer nehmen viele Dinge einfach etwas lockerer und haben einen ganz bestimmten Humor, den ich mag. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn der Handwerker sagt, er käme, aber dann nicht kommt. Damit kann ich leben, ohne mich aufzuregen.

Stimmt es, dass Sie einmal im Knast waren?

Beikircher Ja, da habe ich einige Jahre als Psychologe mit Jugendlichen gearbeitet. Ich hatte da auch mein Büro und habe mit den Jugendlichen, von denen viele Analphabeten waren, schon morgens Kaffee getrunken und geredet. Das tat den jungen Menschen gut. Ich habe viel erfahren. Etwa, dass die Frage der sozialen Intelligenz absolut bildungsunabhängig ist.

Sie selbst haben fünf Kinder im Alter von 18 bis 33 Jahren, sind zudem ständig unterwegs. Kommen Sie mit 69 Jahren auch mal selbst zur Ruhe?

Beikircher In unserem Haus herrscht ständig Trubel. Manchmal wäre ich tatsächlich sehr gerne einmal im Auge des Hurrikan und hätte gerne mehr Zeit, aber ich bin auch gerne für meine Kinder da und träume jetzt schon von Enkelkindern.

Woher nehmen Sie die Themen für Ihr Programm?

Beikircher Themen finde ich an jeder Ecke. Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Sogar beim Bäcker, wenn ich für meine Tochter Puddingteilchen einkaufen gehe und sich eine Situationskomik ergibt, als die Verkäuferin aus dem Westerwald mich missversteht, weil sie aus dem Westerwald kommt.

Und was erwartet die Zuschauer in Langenfeld?

Beikircher Ich erzähle ihnen, warum es im Rheinland schöner ist und zwar, weil es nirgendwo mehr Heilige, Reliquien und mehr Kirmes gibt als hier. Ich beschäftige mich auch mit der Frage: Was passiert, wenn man sich in die Welt der jungen Leute begibt? Ich bin zum Beispiel das erste Mal in einen Coffeeshop in Holland gegangen und war zwei Tage vor meinem 69. Geburtstag erstmals auf einer Sonnenbank.

VIOLA GRÄFENSTEIN STELLTE DIE FRAGEN

Die RP verlost heute dreimal zwei Eintrittskarten unter allen, die zwischen 13 und 13.15 Uhr unter Tel. 02173 - 994422 durchkommen

Quelle: RP
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