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Langenfeld
Die Volksbank hält an ihrem Filialnetz fest

Langenfeld. Dass Banken jüngst Hilferufe an die Europäische Zentralbank (EZB) geschickt haben, Mitarbeiter und massiv auch Geschäftsstellen abbauen, nimmt Hans-Jörg Schaefer zur Kenntnis. "Aber all das trifft auf uns nicht zu", sagt er. "Im Gegenteil. Wir investieren noch in unsere Filialen." Von Ludmilla Hauser

Derzeit rund eine halbe Million Euro in den Um-/Ausbau der Geschäftsstelle in Bergisch Neukirchen, die in der "Bankenmeile" (Schaefer) des Stadtteils liege, direkt gegenüber des Konkurrenten Sparkasse. "Wir haben einen Plan, dass wir nach und nach all unsere Geschäftsstellen überarbeiten", schließt Schaefer an. Neunmal ist die Volksbank Rhein-Wupper mit Filialen präsent, u. a. in Langenfeld. Davon sei die Bergisch Neukirchener die einzige Filiale, die den Selbstbedienungsbereich, also etwa den Geldautomaten, noch in der Filiale selbst habe. "Da kann man bisher nur zu den Öffnungszeiten der Geschäftsstelle Geld abheben. Das soll sich ändern", ergänzt Alexander Litz vom Vorstand. Im Frühsommer soll der Umbau abgeschlossen sein.

Aber nicht nur technisch und vom Mobiliar her soll es in Bergisch Neukirchen moderner werden - auch die Mitarbeiter will die Bank weiter qualifizieren. Einen gewissen Wert - vielleicht den der fünfprozentigen Dividende, die der Vorstand zur Ausschüttung vorschlagen will - erkennen offenbar immer mehr Kunden: Die Zahl der Mitglieder stieg im vergangenen Jahr um 426 auf 12.230. "Da ist aber Potenzial nach oben. Unser strategisches Ziel: Alle 30.000 Bankkunden könnten Mitglied werden", merkt Schaefer an. "Wir trennen uns aber auch von passiven Kunden, die nur wegen der Dividende bleiben." Mit Rechtsstreitigkeiten hat die Bank nichts zu schaffen: Für 2015 gibt Litz die Zahl "0" an. Schaefer: "Bei uns steht der Staatsanwalt nicht permanent vor der Tür." Beim Thema Recht fällt ihm ein, dass auch die Volksbank auf die Serie von Geldautomatensprengungen im Land reagiert hat: Außer in der Fußgängerzone Opladen seien die Automaten-Foyers in den Filialen zwischen 0 und 5.30 Uhr geschlossen, um sowohl technischen als auch Schaden von Leib und Leben einzugrenzen. Eingegrenzt hat die Bank die Zahl der Geldautomaten um ein Gerät in der Opladener Fußgängerzone, das defekt gewesen sei. "Dort steht aber auch ein so genannter Recycler zur Verfügung, ein Ein-/Auszahlsystem, bei dem ebenfalls Geld abgehoben werden kann. Das Gerät", verrät Litz, "ist durch Gas kaum sprengbar wie ein Auszahlautomat, denn: Das Gerät ist so konzipiert, dass das Gas, was vorn reingeschickt wird, gleich hinten wieder herauskommt."

Die Bilanzsumme beläuft sich auf 596 Millionen Euro (+4,4 Prozent). Das Kundengesamtvolumen liegt bei 1,32 Milliarden Euro (+5,6); davon Kreditgeschäft: 500 Millionen (+4,6). Die Bank verzeichnet 1533 Kreditzusagen mit einem Volumen von 92,7 Millionen Euro (84,8). "Eine Rekordsumme", sagt Litz. Die Nachfrage komme stark aus dem Privatgeschäft, die Leute investierten etwa in Immobilien. Im Bereich Gewerbe herrsche Zurückhaltung.

Quelle: RP
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