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Langenfeld/Monheim
Diebstahl auf Friedhof macht Familie traurig

Langenfeld/Monheim: Diebstahl auf Friedhof macht Familie traurig
Nach dem Diebstahl des Grablichtes platziert Andrea Blankenaufulland ein Gesteck auf den leeren Platz. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Angehörige ärgern sich über entwendeten Grabschmuck. Anzeigen sind selten, so die Polizei, die Dunkelziffer sei jedoch hoch. Von Stephan Meisel

Andrea Blankenaufulland ist traurig und verärgert zugleich. Am Grab ihres vor drei Jahren gestorbenen Lebensgefährten auf dem evangelischen Friedhof in Langenfeld-Immigrath hat jemand eine von der Familie aufgestellte Laterne gestohlen. "Was sind das für Menschen, die so etwas machen", fragt sich die 57-Jährige, als sie das Urnengrab nahe der Erlöserkirche aufsucht. "Das ist eine ganz große Schweinerei, die Toten zu bestehlen. Und uns bricht so etwas das Herz", klagt ihre Schwiegermutter. "Unser Sohn war unser einziges Kind. Warum kann man ihm nicht die Laterne stehen lassen, dass wir eine Kerze für ihn anzünden können? Und es sind auch schon oft schöne Gestecke und Blumensträuße gestohlen worden, bis wir einen oder zwei Tage später wieder am Grab waren."

"Leider kommt das immer wieder vor, dass jemand Grabschmuck stiehlt", bestätigt Pfarrerin Angela Schiller-Meyer. "Das geschieht auch auf anderen Friedhöfen." Nach Angaben der Langenfelder Presbyteriumsvorsitzenden Karin Seitz und des Gärtnermeisters Christian Heichel werden auch immer wieder Arbeitsgeräte entwendet. Seitz: "Wir werden deswegen aber nicht den Friedhof nachts abschließen." Für den städtischen Waldfriedhof wies Fachbereichsleiter Ulrich Beul darauf hin, dass die Gärtner Geräte nach getaner Arbeit gleich einschließen.

Grundsätzlich werde auf Friedhöfen tatsächlich "alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist", sagt Polizeisprecherin Nicole Rehmann. "Und manche Täter schrecken sogar nicht davor zurück, Spielzeug von einem Kindergrab zu klauen." Doch weil die Gegenstände vor allem ideellen und weniger materiellen Wert hätten, verzichteten Angehörige in aller Regel auf eine Anzeige. "Deswegen ist die Zahl der angezeigten Diebstähle in der Kriminalitätsstatistik verschwindend gering." Die in anderen Regionen aufgetretenen Metalldiebstähle durch Banden in großem Stil seien auf den heimischen Friedhöfen nicht festzustellen. Seit Jahresbeginn bis Mitte November seien für Langenfeld, Monheim und die übrigen acht Städte des Kreises Mettmann insgesamt gerade mal zehn solcher Fälle angezeigt worden, so Rehmann. "Gestohlen wurden dabei neben Blumen auch ein Regenrohr, ein Baum aus Bronze sowie eine Handtasche aus einem Rollator." Die Polizeisprecherin geht nach eigenen Worten von einer um ein Vielfaches höheren Dunkelziffer aus und empfiehlt den Geschädigten, Diebstahl dieser Art immer anzuzeigen. "Es geht ja nicht nur um den Wert, sondern auch um die Respektlosigkeit gegenüber den Toten."

Pfarrerin Schiller-Meyer weiß, dass gerade in der dunklen Jahreszeit manche ältere Menschen Unbehagen verspüren, allein auf den Friedhof zu gehen. "Es gibt die Möglichkeit, mit Begleitung die Grabstätte aufzusuchen. Und zwar in Verbindung mit unserer Oasenzeit an jedem zweiten Donnerstag in den geraden Kalenderwochen." Zur noch taghellen Zeit von 14.30 bis 16 Uhr werde die Erlöserkirche dann geöffnet "für Menschen, die zur Ruhe kommen, nach einem Verlust mit uns reden oder auch die Kirche besichtigen wollen".

Quelle: RP
 
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