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Langenfeld
Diese Frauen machen viel Theater

Langenfeld: Diese Frauen machen viel Theater
"Nur Zoff mit dem Stoff" heißt der jüngste Schwank, den die Bercheser kfd-Theatertruppe "Mir för öch" auf die Bühne brachte. Der Pizzabäcker spricht darin natürlich mit einem Akzent wie Salvatore, Luigi oder Mario. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Gemeinsam in einer Gruppe im Dorf Theater spielen. Das ist Heimat und verwurzelt. In diesem Fall ist das Dorf Berghausen und die Theatergruppe gehört zur Kirchengemeinde St. Paulus - eine Gruppe mit langer, langer Tradition. Von Sandra Grünwald

Damals. Vor etwa 85 Jahren. Da waren die Zeiten anders. Frauen waren Zuhause, bewirtschafteten Haus und Hof. Spaß am Theaterspielen, den hatten Frauen aber schon damals. So eine Gruppe gab es aber in Berghausen noch nicht. Also gründete die kfd (Katholische Frauen Deutschlands) der Gemeinde St. Paulus eine Theatergruppe mit dem Namen: "Mir för öch" - "Wir für euch".

Für wen haben die Frauen gespielt? Nicht für Männer. Zumindest nicht ganz früher. "Die Frauen taten sich zusammen, um für andere Frauen zu spielen", erzählt Stephanie Reuter, die seit zwölf Jahren in der Theatergruppe ist. Über die Zeit vor ihrer Zeit in der Gruppe weiß die Berghausenerin aus Erzählungen.

Für einen Theaternachmittag auserkoren wurde mal ein Mittwoch, an dem es dann auch Kaffee und Kuchen gab. "Vor etwa sechs Jahren kam es dann, dass die Frauen auch gerne mal für ihre Männer und Freunde spielen wollten", sagt Stephanie Reuter. Und von damals bis heute hat sich noch etwas geändert, etwas Wesentliches: Die meisten Frauen sind heute berufstätig und haben an einem Mittwochnachmittag nicht mehr einfach so frei. Also wurde der Theaternachmittag auf Sonntag verschoben, der Samstag kam als Aufführungstag dazu.

Die Theatergruppe ist eine gewachsene Gemeinschaft. "Wir sind aktuell 14 Frauen zwischen 35 und 78 Jahren", sagt Stephanie Reuter.

Gerade das Zusammenspiel mehrerer Generationen macht den Schauspielerinnen Freude. "Wir sind eine tolle Truppe", schwärmt Birgit Konstanty, die 2002 durch ihre Kegelschwester Funny Freitag dazugekommen ist. "Ich sollte am Anfang für eine Souffleuse einspringen", erzählt sie.

Damit erklärte sie sich einverstanden, denn Birgit Konstanty wollte ursprünglich auf keinen Fall auf die Bühne. "Das war mir viel zu stressig." Doch dann fiel eine Schauspielerin aus, Birgit Konstanty blieb nichts anderes übrig, als einzuspringen - und wurde sogleich vom Theatervirus infiziert. Heute ist die 55-Jährige nicht mehr von der Bühne zu bringen. "Ich bin total begeistert", sagt sie. "Ich spiele alles. Kleine Rollen, große Rollen - Hauptsache, ich darf spielen."

Im diesjährigen Stück "Nur Zoff mit dem Stoff" spielte Birgit Konstanty einen italienischen Pizzabäcker. "Mit italienischem Akzent", verrät sie. Eine Herausforderung, die ihr Spaß gemacht hat. Das Stück wurde im März an vier Terminen im Pfarrheim aufgeführt.

Spaß ist es auch, was die Stücke machen sollen. Im Sinne der Gründungsmotivation sucht sich "Mir för öch" stets heitere Stücke aus. "Verwechslungskomödien oder Krimis", sagt Stephanie Reuter. Sie sollen unterhalten und zum Lachen bringen. Geprobt wird aber mit Ernst und auch mehrmals die Woche. Schließlich sollen am Ende alle ihre Freude haben - die Schauspielerinnen und die Zuschauer.

Frauen, die sich vorstellen können, bei der Theatertruppe mitzumachen, sind übrigens herzlich willkommen.

www.mir-för-öch.de

Quelle: RP
 
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