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Baumberg
Drei Altersgruppen planen einen neuen Spielplatz

Baumberg. Die Bürgeranhörung für den Spielplatz Wilhelm-Leuschner-Straße zeigt, wie schwierig der Interessenausgleich ist. Von Vom Dorian Audersch

Die Anwohner sind genervt. Immer wieder, sagen sie, treffen sich Jugendliche in der Parkanlage rund um den Spielplatz an der Wilhelm-Leuschner-Straße, um dort "zu saufen, zu rauchen und zu randalieren". Unerträglich sei der Lärm, der nachts von den Bänken ausgehe. "Ich habe schon so oft die Polizei gerufen", erzählt eine Rentnerin, "aber ein paar Tage später ist wieder alles wie vorher." Zudem gebe es Vandalismus und bei Dunkelheit traue sich kaum jemand, durch die Grünanlage zu gehen. "Alles ist vermüllt mit leeren Wodkaflaschen, Zigarettenstummeln und Essensresten", meint ihr Nachbar - und die Ruhestörung sei "massiv". Umso kritischer werden von den Anwohnern die Pläne der Stadt gesehen, das knapp 4400 Quadratmeter große Areal neu zu gestalten. Es ist kein leichter Termin für Simone Feldmann, Abteilungsleiterin der Kinder- und Jugendförderung und ihr Team. In drei Gruppen diskutieren drei Generationen die künftige Nutzung des Spielplatzes. "Das ist eine öffentliche Fläche, die von jeder Altersgruppe genutzt werden soll", so Feldmann. "Aber natürlich sollten sich alle an die Regeln halten." Sie bittet daher die Anwohner, entsprechende Vorfälle künftig dem Jugend- oder Ordnungsamt zu melden.

Die Wünsche der Kinder fassen hingegen Burak (11) und Oliver (10) zusammen: "Cooler" müsse es vor Ort werden, sind sich beide einig. Sie diskutieren in der Gruppe von Spielplatz-Scout Jill Kessel Ideen für den neuen Spielplatz. Auch einige Eltern sind dabei. Die Vorschläge reichen von einer Seilbahn über Drehscheiben bis hin zu einem kleinen Bolzplatz. "Das vorhandene Klettergerüst ist okay und kann bleiben", sagt der Gesamtschüler Burak - und erntet aus der Runde Kopfnicken. Das Thema "Dschungel" eigne sich ganz gut für den Spielplatz, findet Oliver. Schließlich sei viel Grün rund um den Platz verteilt. Das Gestrüpp und die Bäume bieten sich daher für Versteckspiele und andere Abenteuer der jüngeren Besucher an. Für die Jugendlichen ist das Grün ein Kritikpunkt. Es beschränke die Sicht, sagen viele Teilnehmer der dritten Gruppe, die mit Eva Heggemann Vorschläge sammelt. "Die Hecken und Gebüsche schotten den Bereich ab und machen ihn von außen nicht einsehbar", so Pia Schneider (15). Zudem sei vor allem die Parkanlage abends zu dunkel. "Vielleicht muss eine bessere Beleuchtung her", meint die Gymnasiastin. Ebenfalls geäußert wird die Idee, das gesamte Areal in drei Bereiche zu unterteilen. Die Nutzung solle dann nach Altersgruppen erfolgen.

Der Vorschlag, einen Bereich eigens für die Jugend einzurichten, erzürnt wiederum die Anwohner. Auch die Möglichkeit eines Basketball-Platzes stößt bei den Senioren auf wenig Gegenliebe. Das sei zu laut. "Die sollen auf die Bürgerwiese gehen", meint eine Mittsechzigerin. "Da können die so viel Krach machen, wie sie wollen."

Quelle: RP
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