| 00.00 Uhr

Langenfeld
Dschungelbuch: Kostümwechsel in Sekundenschnelle

Langenfeld. Ein Blick hinter die Kulissen der Dschungelbuch-Inszenierung auf der Naturbühne in Ratingen zeigt die perfekte Organisation. Von Karl Ritter

Die Uhr tickt unaufhörlich weiter. Gerade einmal 60 Sekunden hat Susann Sinnemann Zeit, um das voluminöse Kostüm der Schlange Kaa loszuwerden, sich in einen Geier zu verwandeln und dann an der Seilbahn wieder zurück auf die Bühne zu schweben. Gute Laune hat sie trotzdem: "Alles kein Problem, das ist mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen." Alles liegt parat - und kurze Zeit später ist die Dschungelbuch-Darstellerin wieder auf der Bühne zu sehen. Was auf der anderen Seite des Sees für gute Laune und am Ende lang anhaltenden Applaus sorgt, ist nur wenige Meter entfernt ein Akt genauer Planung und Disziplin. "Bei uns weiß jeder genau, was er zu tun hat", erklärt Mogli-Darsteller Jan-Philip Hilger, der sich ein bisschen Spott seiner Kollegen hinter den Kulissen anhören muss: "Der Sprung ins Wasser ist Dir aber auch schon mal besser gelungen. Das gibt heute keine guten Haltungsnoten."

Gut ist die Stimmung schon lange vor Beginn der Aufführung. Gegen 13 Uhr, zweieinhalb Stunden vor der Show, treffen die Darsteller ein. Kostüme werden zurechtgelegt, die Requisiten überprüft. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Seilkonstruktion, an der die Geier und Affen quer über die Bühne fliegen. "Da schauen wir ganz genau hin. Es geht schließlich um unsere Sicherheit", so Hilger. Wenn die Arbeit getan ist, beginnt die Zeit der Entspannung. Lampenfieber? Scheint kein Problem zu sein. Sinnenmann und Kollegin Hannah Rühl nutzen die Zeit, um entspannt ein Pippi-Langstrumpf-Memory zu spielen: "Ein Überbleibsel aus der letzten Saison", erzählen sie. Derweil nutzt Hilger die Gelegenheit, sich ein bisschen aufzuwärmen: "Das ist meine Vorbereitung."

Derweil hat sich Martina Kathage schon in ihr erstes Kostüm verpackt - sie spielt unter anderem die Wolfsmutter, die den kleinen Mogli entdeckt. Mit einer Sprühflasche bewaffnet, nebelt sie sich ein - Ungezieferspray, damit sich keine Milben oder ähnliches Getier im "Fell" festsetzen. Und dann geht es los, die Musik erklingt, alle gehen auf Position. Nur Susann Sinnemann hat noch etwas Zeit. Als Schlange Kaa ist sie erst später dran. Zwei, drei Meter ist ihr Kostüm lang, das bereits am anderen Ende der Bühne deponiert ist: "Am Anfang war es ungewohnt, damit aufzutreten. Aber jetzt läuft es perfekt."

Die Zuschauer an der Naturbühne haben ihren Spaß. Die Atmosphäre ist prächtig, es wird viel gelacht und geklatscht.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld: Dschungelbuch: Kostümwechsel in Sekundenschnelle


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.