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Langenfeld
Ehe mit Goldkante: Beim Gardinenkauf hat's gefunkt

Langenfeld: Ehe mit Goldkante: Beim Gardinenkauf hat's gefunkt
Feiern Goldhochzeit: Edith und Horst Krause aus Richrath. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Langenfelder Horst Krause erinnert sich noch ganz genau an den Moment, in dem er zum ersten Mal seine künftige Frau sah. Um ein paar Gardinen für ihre Wohnung zu kaufen, sei sie damals in sein Geschäft gekommen, erzählt der 82-Jährige. "Es war zwar nicht die berühmte Liebe auf den ersten Blick, aber mein Interesse war geweckt." Bei der folgenden Installation der schmückenden Vorhänge habe er die junge Frau dann näher kennengelernt. Ein paar nette Gespräche später gingen sie zum ersten Mal aus - und verliebten sich.

"Erst war es eine Freundschaft, aber dann ist es doch etwas mehr gewordem", erinnert sich Edith Krause. 1965 trat das Paar vor den Traualtar. Er war damals bereits einige Jahre als Innenarchitekt mit eigenem Einrichtungshaus in Richrath selbstständig. Sie arbeitete als kaufmännische Angestellte und stieg schnell in den gemeinsamen Betrieb ein. "Insgesamt haben wir die Firma 47 Jahre lang geführt", betont der Jubilar.

Dass die beiden sich gefunden haben, ist beinahe erstaunlich. Horst Krause stammt aus dem Erzgebirge, wo sein Vater nahe der Grenze zur damaligen Tschechoslowakei als Zöllner arbeitete. 1949 wurde er in die Dienstelle Düsseldorf versetzt. Goldjubilarin Edith kam ebenfalls über Umwege aus Selb in Oberfranken ins Rheinland, wo sie eine Stelle in ihrem Lehrberuf fand. "Das waren meine Wanderjahre", sagt sie heute, "aber am Ende bin ich in Langenfeld gestrandet." Bis heute ist das Paar glücklich - trotz altersbedingter Strapazen. Vier Kinder sind aus der Ehe hervorgegangen, die wiederum sechs Enkel in die Welt gesetzt haben. Hinzu kommen mittlerweile bereits vier Urenkel. Im gemeinsamen Geschäft gab es fast fünf Jahrzehnte lang hochwertiges Mobiliar für exklusive Kunden zu kaufen. Die Planung und Einrichtung kompletter Haushalte sei sein tägliches Brot gewesen, sagt der Innenarchitekt. "Noch heute träume ich manchmal von der ganzen Planerei."

Im Erdgeschoss ihres mitten in Richrath gelegenen Hauses betrieben sie noch nebenbei zeitweise die Gaststätte "Burbacher Mühle" - inklusive Kegelbahn. Inzwischen ist der Richrather Sportverein in dem ehemaligen Möbelhaus heimisch. Die Ausstellungs- sind zu Trainingsräumen geworden. Auf einer in Berghausen gepachteten Weide widmete sich Horst Krause viele Jahre der Pferdezucht. "Das war mein liebstes Hobby", schwärmt er noch heute von den unzähligen Stunden mit den Tieren. "Noch heute habe ich manchmal das Gefühl, in den Stall zu müssen."

Ein bisschen vermisse er seine unbeschwerten Stunden in ländlicher Umgebung.

Vor einem Jahr hat er sein Hobby endgültig aufgegeben. Außerdem ging das Paar gerne gemeinsam kegeln. An die Runden mit dem Stammclub erinnern sich beide gern. Sie sind als "Zugewanderte" in in Richrath heimisch geworden - und bestens vernetzt.

Das Geheimnis für ein glückliches halbes Jahrhundert miteinander beschreibt der Gold-Gatte relativ ungerührt: "Es klingt abgegriffen, aber es ist sehr wichtig, dass sich beide Partner immer umeinander bemühen und alle Höhen und Tiefen miteinander erleben." Das schweiße nicht nur zusammen, sondern lasse auch die Liebe immer stärker werden. "Streit gehört natürlich auch dazu, aber man muss Probleme auch offen aussprechen - und klären."

Dorian Audersch

Quelle: RP
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