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Langenfeld
Eier-Bauer hält 15.000 Hühner

Langenfeld: Eier-Bauer hält 15.000 Hühner
Landwirt Josef Aschenbroich im Reich der Hühner: Er hält seine Tiere ungefähr zur Hälfte in Kleingruppen, dabei teilen sich jeweils 35 Tiere einen Käfig. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Landwirt Josef Aschenbroich hält auf seinem Hof 15.000 Hühner. Das Federvieh legt täglich 12.000 Eier, die anschließend per Computer gereinigt, verpackt und verladen werden. Von Petra Czyperek

Am bunt gefärbten Inhalt des Eierautomaten vor dem Hof von Landwirt Josef Aschenbroich ist deutlich zu sehen, dass Ostern kurz bevorsteht. Neben den Fächern mit braunen und weißen Eiern, gibt es auch zahlreiche Schübe, aus denen per Münzeinwurf blaue, rote, gelbe, grüne und orangefarbene Eier gezogen werden können. Die Eier malt der 57-Jährige aber nicht mehr selber an: "Dazu sind es einfach zu viele. Wir bringen sie zum Kochen und Färben ins Sauerland. Anschließend packen wir sie wieder ein und nehmen sie mit."

Der Landwirt hält auf seinem Hof 15.000 Hühner. Die Tiere legen täglich 12.000 Eier, die anschließend gereinigt, verpackt und verladen werden müssen. Ohne helfende Maschinen und Computer ist der enorme logistische Aufwand nicht zu schaffen, selbst wenn die ganze Familie kräftig mit anpackt. Der Hühner-Bauer hat außerdem zwei Angestellte, die schmutzige und kaputte Eier nach der Durchleuchtung aussortieren. Zuvor werden sie über Förderbänder von den Legestellen in den Ställen in den Sortierraum transportiert. Über 3,5 Kilometer dieser Transportbänder laufen über den gesamten Hof. Seine Frau Gerlinde (56) fährt täglich wechselnd zu den Wochenmärkten in Haan, Hochdahl, Erkrath, Unterfeldhaus, Schlebusch und Küppersteg. Zudem gibt es einen Hofverkauf und einige Gastronomiebetriebe, auch im Kölner Raum, die zu Josef Aschenbroichs Kunden zählen. Ein Großabnehmer ist inzwischen der inhabergeführte Supermarkt Rewe Dreschmann in Berghausen, der auch regionale Produkte anbietet. Wie Aschenbroich halten die meisten Eierbauern im Kreis Mettmann ihre Tiere auf konventionelle Art. Im Windrather Tal (Velbert) bietet ein Demeter-Hof Bio-Eier aus Freilandhaltung an. 90 Tiere tummeln sich dort auf 800 Quadratmetern. Der Hof hat aber im Winter geschlossen und öffnet erst wieder am 25. März.

Bevor Aschenbroich den Stall betritt, überprüft er als erstes Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit. "20 Grad sind ideal für die Legehennen." Er hält seine Hühner ungefähr zur Hälfte in Kleingruppen, dabei teilen sich jeweils 35 Tiere einen Käfig. Die übrigen Hühner leben in so genannter Bodenhaltung. Dort haben 2700 Tiere jeweils eine Fläche von sechs mal 45 Metern auf vier Ebenen zur Verfügung. Den Boden bedeckt Streu, "damit sie scharren können". Die oberen Etagen bestehen aus Gitterrosten, rundherum gibt es Sitzstangen. Die Legestellen in der Mitte sind verdunkelt und mit Matten ausgelegt. "Durch die Gitter werden die Füße der Hühner sauber, die Eier verschmieren nicht", so Aschenbroich. Die Ausscheidungen der Tiere fallen durch Gitter. Dort trocknen sie und werden später als Dünger auf die Felder gebracht. Auch das läuft automatisch.

Das wichtigste im Stall sei aber eine stabile Hackordnung. In der Bodenhaltung werde das immer wieder neu ausgefochten, teils mit schlimmen Verletzungen. Entsprechend groß ist dort der Verlust mit rund zehn bis 15 Prozent. In den übersichtlichen Kleingruppen komme Kanibalismus hingegen sehr selten vor. Aschenbroich stutzt die Schnäbel seiner Tiere nicht. "Weil wir uns gut um sie kümmern, sind sie sehr ruhig und entspannt."

Die Produktion müsse rentabel sein und sei deshalb auf den Endverbraucher ausgerichtet. Wie viele Eier seine Hennen legen, lasse sich über Nährstoffe und Licht je nach Bedarf steuern. Um alle Gewichtsklassen von S, M, L bis zu XL abzudecken, hält Aschenbroich unterschiedlich alte Tiere, in vier Gruppen aufgeteilt. "Mit 21 Wochen fangen sie an zu legen", erläutert der Bauer. "Je älter die Hühner werden, desto dicker sind die Eier."

Sie fressen Getreide und Mais vom eigenen Feld und bekommen zusätzlich Mineralstoffe. Rund 200 Hektar Land bewirtschaftet die Familie. Von der Qualität ihrer Eier sind Gerlinde und Josef Aschenbroich überzeugt: "Durch den Mais ist der Dotter dunkelgelb. Und unsere Kunden loben den Geschmack."

Nach zwei Jahren im Stall haben die Hennen ihr Soll erfüllt, sie werden geschlachtet und landen als Suppenhuhn im Topf.

Quelle: RP
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