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Langenfeld
Eierhändler feiern Goldhochzeit

Langenfeld. Waltraud und Manfred Strohn aus Langenfeld lieben ihren Wochenmarkt-Job. Von Martin Mönikes

Am Tag der Goldhochzeit wollen sie mal frei machen. Deshalb werden die Besucher des Wochenmarktes in Köln-Nippes am morgigen Samstag auf ihren seit mehr als 40 Jahren vertrauten Eierhändler verzichten müssen. Manfred Strohn (78) und seine Frau Waltraud sind über das Rentenalter hinaus noch viermal wöchentlich als Marktbeschicker unterwegs - weil "es Spaß macht". Der geborene Langenfelder und gelernte Konditormeister hält sich damit "geistig und körperlich fit", und Waltraud hift ihm, nachdem sie ihren eigenen Markthandel mit Damengarderobe beendet hat.

Begonnen hat die Geschichte der Beiden in den 60er Jahren im Restaurant an der Diepentalsperre, wo er, Enkel des Langenfelder Konditors Strohn, in der Küche arbeitete, sie im Service. Waltraud stammt aus Ostpreußen, kriegsfolgenbedingt eröffnete ihr Vater in Aurich eine Bäckerei, die sie verließ, um im Rheinland eine Stelle zu suchen. Dann "hat es sich so ergeben", kommentiert Waltraud die junge Liebe. Die üblichen Wochenend-Freizeiterlebnisse junger Menschen (Tanzen, Reisen) waren mit den Dienstleistungs-Jobs kaum vereinbar. "Ein Tag in der Woche frei, den brauchte man, um seine Sachen in Ordnung zu bringen", erzählt Waltraud. "Mal eine Tour an die Ahr", erinnert sich Manfred an einige Ausnahmen. Hochzeit gefeiert wurde 1966 in Ostfriesland, mit der Großfamilie. "Wunderbare Hochzeitstoren", vom Bräutigam kreiert, blieben im Gedächtnis, ebenso wie unglaubliche Hitze und ein arges Gewitter am Hochzeitsabend. In Ostfriesland liegen auch die Ursprünge des heute noch florierenden Eierhandels. In der Bäckerei zahlten die einheimischen Bauern nicht mit Bargeld, sondern mit heimischen Produkten, vornehmlich Eiern. Der Schwiegersohn wurde um Hilfe gebeten, und daraus entstand ein einträglicher Handel. In Köln-Nippes werden jetzt allerdings Eier aus der Voreifel verkauft.

In Langenfeld ist Manfred Strohn in Schwimmerkreisen bekannt. Der Wasserballer, Träger der Ehrennadel der Stadt, gehörte zu den Spitzenkräften in der Blütezeit des SVL 1912. Ehefrau Waltraud liebt den Garten im rückwärtigen Teil des Hauses an der Hauptstraße, in dem bereits Manfreds Vorfahren lebten. In dem mehr als 100 Jahre alten vorderen Teil war vor Jahrzehnten die Konditorei Strohn, heute bittet dort ein Italiener zu Tisch. Auch der Sohn lebt im historischen Gemäuer.

Quelle: RP
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