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Langenfeld
Ein Familientreffen über drei Länder hinweg

Langenfeld. 26 Gäste des Internationalen Seniorenaustauschs kamen aus Senlis und Montale. Vier Tage Programm. Von Dirk Neubauer

Die Abendsonne wirft lange Schatten. Bis in den Garten des Kunsthauses Wiescheid dringt ein lautes Stimmengewirr. Wida Beck schmunzelt: "Als wir mit dem internationalen Seniorenaustausch im Jahr 2006 angefangen haben, hätte ich nicht gedacht, dass sich diese Veranstaltung so lange hält." 20 Besucher aus dem italienischen Montale und sechs Gäste aus dem französischen Senlis waren von Donnerstag bis gestern zu Gast in Langenfeld. Sie wohnten bei Gastgeberfamilien und absolvierten ein dicht gestaffeltes Programm, in dem die katholische Messe in drei Sprachen, gestern Morgen in St. Josef, einer der Höhepunkte war.

Angeschoben hat die Arbeiterwohlfahrt den internationalen Seniorenaustausch im Rahmen der Städtepartnerschaften. Alles begann mit der Frage von Wida Beck im Jahr 2005, warum denn nur die Honoratioren und die jungen Leute unterwegs seien. Bis zum ersten Treffen mit Senioren aus Senlis dauerte es dann noch ein gutes Jahr. "Und als wir uns dann tatsächlich gegenüber saßen, war es zunächst einmal still", erinnert sich Wida Beck. Die Sprachbarriere. Doch dann zückte jemand das Wörterbuch der Enkelin - und das Schweigen war gebrochen. Immer mehr Wörterbücher kamen auf den Tisch. "Mittlerweile unterhalten wir uns mit Händen, mit Füßen, mit einzelnen Wörtern aus den Lexika - das funktioniert hervorragend", sagt Wida Beck in den fröhlichen Familienlärm dieses Freitagabends hinein.

Seit 2010 organisieren die Senioren Jahr für Jahr ein Drei-Länder-Treffen - damals kam die italienische Stadt Montale hinzu. Jedes Jahr ist nun eine der drei Städte Gastgeber für den Seniorenaustausch. "Mittlerweile ist es wie ein Familienbesuch", sagt einer der Gäste aus Italien; und Giuseppe freut sich immer noch über das Geburtstagsständchen, das ihm alle in Langenfeld gesungen haben.

Seit der Ankunft am Donnerstag haben Gäste, Gastgeber und mehr als 20 freiwillige Helfer viel Zeit miteinander verbracht. Die Mahlzeiten wurden zusammen eingenommen. Die Gruppe besuchte den Neulandpark in Leverkusen und erkundete Langenfeld im Rahmen einer Stadtrundfahrt. "Es sind immer wieder neue Teilnehmer dabei, die zum ersten Mal ein solches Treffen besuchen", sagt Wida Beck. So spricht es sich in diesem ganz speziellen Dreiländereck herum, wie viel Spaß ein solcher Austausch machen kann.

"Dadurch, dass unsere Gäste nicht mehr in Hotels untergebracht sind, sondern bei Familien, hat der Austausch nochmals an Tiefe gewonnen", berichtet Awo-Chef Klaus Kaselofsky. Vize-Bürgermeister Dieter Braschoss überbrachte die Grüße der Stadt und nannte den Austausch "ein Paradebeispiel für gelebte Völkerverständigung".

Quelle: RP
 
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