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Monheim
Ein Monheimer arbeitet für Europa

Monheim. Manfred Klein, Vorsitzender der Europa-Union Monheim, glaubt trotz aller Turbulenzen weiter an die EU. Von Thomas Gutmann

Am 5. Mai wird Manfred Klein gemeinsam mit seinen Kollegen von der Europa-Union und Bürgermeister Daniel Zimmermann auf dem Gelände der Monheimer Volkshochschule einen Baum pflanzen. "Einen Europa-Baum", sagt der Baumberger. Es ist dann fast auf den Tag genau 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging und dieser Kontinent in Trümmern lag. Dass Klein einen Baum pflanzt, hat auch irgendwie damit zu tun, doch der 71-Jährige blickt lieber nach vorn: "Ein Baum wächst, und so soll dieser Baum etwas Positives symbolisieren - ein zusammenwachsendes Europa."

Manfred Klein ist Vorsitzender der Europa-Union Monheim, eine Organisation, die für ein demokratisches und einiges Europa wirbt. Seit 1983 hat er dieses Ehrenamt inne, mit einer Unterbrechung von zehn Jahren (1990-2000), weil er damals die Monheimer SPD führte und sich dies mit dem überparteilichen Charakter der Europa-Union nicht vertrug. "In die SPD bin ich 1976 unter anderem wegen der Ostpolitik eingetreten", sagt der gebürtige Westpreuße, der zum Ende des Weltkriegs als Kleinkind mit seiner Familie aus Elbing vertrieben wurde. In den Nachkriegsjahrzehnten erlebte er, wie zwischen den ehemaligen Feinden das zunächst zarte Pflänzchen der Aussöhnung wuchs. "Europa wächst nicht durch Sonntagsreden zusammen, dafür muss man arbeiten", sagt Klein.

Mit dem Stadtverband der Europa-Union arbeitet er an dem Projekt "Vereinigte Staaten von Europa" mit, hauptsächlich mit der Monheimer Europa-Woche, die sich jedes Jahr im Mai einem anderen Land widmet. "Seit 2006 machen wir das im Jahresrhythmus und haben auf diese Weise inzwischen neun Staaten vorgestellt, die seit 2004 der EU beigetreten sind. Diesmal ist erstmals ein Gründungsmitglied an der Reihe", sagt Klein. Vom 5. bis 12. Mai geht es um Belgien: um Wirtschaft und kulinarische Spezialitäten, Kunst und Literatur, aber auch um seine Geschichte und Gegenwart mit den Fliehkräften von Flamen und Wallonen, von denen viele des gemeinsamen Staates überdrüssig sind. "Trotz der Konflikte zwischen den Regionen ist Belgien für mich aber ein Vorbild für Europa - indem es beweist, dass man solche Gegensätze friedlich und geregelt zu einem Ausgleich führen kann", sagt Klein. Diese positive Sicht auf Europa lässt sich der frühere Steag-Prokurist, der für den Energie-Konzern Projekte in aller Welt betreute, auch durch das griechische Debakel im Euro-Raum nicht nehmen: "Das, was wir seit einigen Jahren erleben, ist keine Krise des Euro, sondern eine Banken-, Wirtschafts- und Schuldenkrise", sagt Klein und plädiert für "mehr Europa statt weniger", für eine gemeinsame Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik als Ausweg. Zugleich scheut er sich aber auch nicht vor deutlichen Worten: "Griechenland in den Euro-Raum aufzunehmen war falsch. Damit hat man gerade auch den Griechen keinen Gefallen getan." Auch für die plötzlichen Reparationsforderungen der links-rechts-radikalen Athener Regierung an die einstige Besatzungsmacht Deutschland hat der Baumberger nur Kopfschütteln übrig: "Das ist rückwärtsgewandt!"

Zur Eröffnung der Europa-Woche am 5. Mai schaut Manfred Klein selbst zurück, wenn auch nur ein wenig: Die Pflanzung des Europa-Baums neben dem VHS-Gebäude ist der nunmehr 60-jährigen Mitgliedschaft der Stadt Monheim in der Europa-Union gewidmet. Im wesentlichen geht der Blick aber auch hier nach vorn, betont der Organisator: "Wir werden an diesem Abend eine Ausstellung mit Collagen von Schülern der Sekundarschule eröffnen. Anhand von Sehenwürdigkeiten und kulinarischen Besonderheiten und Sportmotiven präsentieren die Fünft- bis Siebtklässler ihre Vorstellungen von einem Europa, das weiter zusammenwachsen wird."

Quelle: RP
 
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