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Jahreswechsel Meine Uhr (7)
Ein Zeitmesser mit Erinnerungswert

Langenfeld. Erich Schneiders Stoppuhr kommt selten zum Einsatz. Für den TSV-Trainer ist sie zu wertvoll: Sie gehörte seinem Mentor. Von Tobias Brücker

Leverkusen Leichtathletiktrainer Eric Schneider hat sein ganz eigenes, persönliches Utensil, das die Zeit - zumindest für ihn selbst - stillstehen lässt. Seine Stoppuhr, die ausschließlich zu besonderen Gelegenheiten aus dem Schrank geholt wird, hat bereits einige Jahre auf den Tasten. Und sie ist eben nicht nur eine schlichte Stoppuhr, wie sie ein Jedermann im Einzelhandel erwerben kann. Die Uhr ist mehr als das. Klar, sie hat die Besonderheit, dass bei Bedarf ein handlicher, externer Drucker angeschlossen werden kann, um die gemessenen Werte auszudrucken. Aber die Stoppuhr versinnbildlicht für Schneider vor allem den Mentor des heute 40-Jährigen. "Seine Erfahrung, die Tipps, die er mir gab - all das verkörpert dieser Gegenstand", erzählt Eric Schneider. Der TSV-Trainer sitzt an seinem kleinen Schreibtisch in einem der Büros der Leichtathletikhalle auf der Fritz-Jacobi-Anlage in Manfort. "Während des Trainings denke ich heute noch an ihn zurück. Und frage mich, wie er wohl gewisse Dinge an meiner Stelle getan hätte", erzählt Eric Schneider.

Er, das ist Manfred Fink. Viele Jahre lang war er Jugendkoordinator, gilt in den Reihen des TSV Bayer 04 ob seines langen Engagements als Urgestein. 40 Jahre lang führte er das Amt aus, ehe er sich vor einiger Zeit zur Ruhe setzte. So arbeitete Fink zu dem Zeitpunkt, da Schneider 1992 als Sprinter nach Leverkusen wechselte, bereits fast schon eine Ewigkeit für den Verein. Ungefähr sechs Jahre später taten sich die Beiden zusammen. Das Team Schneider/Fink versuchte in enger Zusammenarbeit, die weibliche Mehrkampfjugend so vorzubereiten, dass sich die jungen Athleten auch im Seniorenbereich in der Weltspitze behaupten konnten.

Eric Schneider trainiert eben jene Jugend noch heute, übernahm das Amt 2005 komplett. "Es ist einfach mein Beruf und meine Berufung", betont er. So verbringt der 40-Jährige nahezu jeden Tag in der Halle an der Kalkstraße. Die Uhr, die er einst von Mentor Fink geschenkt bekam, verlässt diese nie. Sie ist eingeschlossen. "Und ich gebe sie auch nicht heraus", erzählt der 40-Jährige lächelnd. Fünf- bis sechsmal im Jahr kommt die Uhr heute zum Einsatz", berichtet Schneider. "Heute geht das ja alles elektronisch. So hat die Uhr halt ein bisschen an Zweck verloren - nicht aber an Wert", schiebt er betonend hinterher. Während des Laktattests wird sie aber noch verwendet. Oder wenn die Zeiten auf den Metern zwischen den einzelnen Hürdensprüngen gestoppt werden müssen.

Quelle: RP
 
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