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Langenfeld
Eine Spur mehr Sicherheit

Düsseldorf. An der Jahnstraße in Langenfeld ist jetzt ein Schutzstreifen für Radfahrer markiert. Statt auf dem Bürgersteig sollen sie nun auf der Fahrbahn rollen – so wie es im Verkehrsentwicklungsplan empfohlen wurde. Von Stephan Meisel

Weiße Linien und Piktogramme auf dem Boden zeigen, wohin der Weg für die Radfahrer an der Jahnstraße jetzt geht. Statt wie bisher auf dem Bürgersteig Fußgängern sowie an Grundstückszufahrten Motorhauben ausweichen zu müssen, teilen sie sich nunmehr die Fahrbahn mit den Autos und haben auf dem markierten Randstreifen weitgehend freie Fahrt. „Das ist ein Angebotsstreifen“, betonte der städtische Verkehrsplaner Wolfgang Honskamp im Gespräch mit der RP. Will sagen: Die Randfläche ist zwar vorrangig für die Pedalritter gedacht, doch dürfen auf ihr fallweise auch Autoräder rollen. „Die Markierung soll aber bewirken, dass das Tempo der Autos auf der Jahnstraße und ebenso die Unfallgefahr nachhaltig gesenkt wird.“

Honskamp verwies auf den im vergangenen Jahr vorgelegten Verkehrsentwicklungsplan. Der beauftragte Gutachter Richard Dohmen (IGS Kaarst) hatte darin Radstreifen dieser Art am Fahrbahnrand empfohlen. Honskamp: „Ihm war aufgefallen, dass in Langenfeld zwar überdurchschnittlich viele Menschen das Rad nutzen, sich dies aber für Autofahrer nicht ausreichend genug bemerkbar mache.“ Im Gegensatz etwa zu Hilden, wo gerade an den Hauptverkehrsstraßen immer wieder Streifen für Radler auf der Fahrbahn markiert seien.

Binnen eines Jahres gab es laut Honskamp an der Jahnstraße drei Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren. Zudem kam es immer wieder zu heiklen Situationen an Grundstückszufahrten, weil Radfahrer auf dem kombinierten Geh-/Radweg die falsche Richtung benutzten. „Auf der Fahrbahn wird sich das jetzt wohl kaum noch jemand erlauben.“ Positiv auch: Für geparkte Lastwagen, die zuletzt nahe der Einmündung Paulstraße oft gefährlich die Sicht verstellten, ist seit der Anlage des Radstreifens dort kein Platz mehr.

Testlauf für weitere Vorhaben

Im Stadtrat hatten die Politiker den Radstreifen an der Jahnstraße als eine Art Testlauf für weitere Markierungen dieser Art beschlossen. Im Sinne eines sichereren Radfahrens gilt der Abschnitt der Solinger Straße zwischen Rathaus und Bahnunterführung als derjenige mit dem größten Handlungsbedarf. Honskamp vermochte auf Nachfrage der RP nicht zu sagen, wann für diesen Abschnitt mit einer grundlegenden Umgestaltung zu rechnen ist. Klar ist, dass bei solchen Umbauplänen auch die ansässigen Geschäftsleute einzubeziehen sind.

Ein weiterer Vorschlag aus dem Verkehrsentwicklungsplan hat sich laut Honskamp mittlerweile bereits bestens bewährt: Die Wolfhagener Straße wurde zwischen Pappelallee und der Abzweigung ins Gewerbegebiet Fuhrkamp als so genannte Fahrradstraße ausgeschildert. Die bevorrechtigten Radler dürfen dort nebeneinander fahren und mit Autos dürfen nur noch Anlieger diesen Abschnitt befahren. Hobbyradler Honskamps Urteil zu dieser Fahrradstraße: „Nach meiner Beobachtung wird sie toll angenommen.“

Quelle: RP
 
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