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Kreis Mettmann
Eine weiße Rose für jeden Drogentoten

Kreis Mettmann. Ihr Name ist Lukas, Christopher, Julius und Valerie. Sie starben in jungen Jahren an den Folgen des Drogenkonsums. Es war Alkohol oder Heroin, das sie in den Abgrund gerissen hat. Jetzt erinnerte die Sucht- und Wohnungslosenhilfe der Caritas im Kreis Mettmann an die Menschen, die an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind. In 2015 starben vier Menschen in Mettmann und Wülfrath an den unmittelbaren Folgen des Drogenkonsums, im laufenden Jahr sind es aktuell drei Menschen. Im Dunklen bleibt die Zahl derjenigen, die keinen Kontakt zur Suchtberatungsstelle hatten. Von Christoph Zacharias

Die Zahl der Drogenabhängigen im Kreis sei stabil geblieben, sagt Jerome Schneider, zuständiger Streetworker für Mettmann und Wülfrath. Allerdings würden immer jüngere Menschen in die Szene, darunter viele Russlanddeutsche, abgleiten. "Das sind Jugendliche, die wir oft gar nicht kennen lernen. Erst wenn sie aufgefallen sind, beispielsweise Marihuana in der Öffentlichkeit geraucht haben, werden sie uns gemeldet."

Der Weg bis zum sogenannten "Zwangsgespräch" läuft so ab: Die Jugendlichen werden von der Polizei aufgegriffen, meist haben sie einen Ladendiebstahl begangen, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Dann stehen sie vor Gericht. Die Jugendgerichtshilfe wird eingeschaltet und der Delinquent bekommt die Auflage, fünf Beratungsgespräche zu besuchen. Schneider leitet das Projekt FreD (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten). Die Gruppenangebote haben das Ziel, die Eigenverantwortung der jungen Menschen zu stärken. Zusätzlich vermittelt das Programm Informationen über Cannabis, dessen Wirkungen und Risiken. Die jungen Drogenkonsumenten nehmen Partydrogen und Cannabis, die Älteren hängen an der Flasche. Heroinkonsum kommt nicht mehr so häufig vor, da viele Drogenabhängige substituiert sind. Das bedeutet: Sie bekommen Medikamente (früher Methadon) verschrieben, mit denen die Sucht reduziert werden soll. Derzeitig werden 70 Menschen aus Wülfrath und Mettmann substituiert, sagt Claire Dosoudil von der Psychosozialen Betreuung. Der Streetworker sucht die Plätze auf, wo sich Drogenabhängige aufhalten: Unter der Kastanie auf dem Jubiläumsplatz in Mettmann, an der Schwarzbachstraße, am Brücker Berg und in Wülfrath am Krappsteich und im Stadtwald. Die Jüngeren konsumieren Drogen meist zu Hause und nicht in der Öffentlichkeit.

Quelle: RP
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