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Monheim
Einflugschneise Monheim

Monheim. Immer mal fliegen Maschinen außergewöhnlich niedrig über Monheim. Das sind die Gründe. Von Sabine Schmitt

Sie sind selten und wirken deshalb manchmal auch bedrohlich. Flugzeuge im Landeanflug über dem Monheimer-Süden. Sie gibt es immer mal wieder. Warum ist das so? Hier die Erklärung der Flugsicherung.

Die Maschinen sind auf dem Weg nach Köln/Bonn. Wie auf jedem Flughafen der Welt wird dort aus aerodynamischen Gründen gegen den Wind gestartet und gelandet. Dafür, dass Flugzeuge niedrig über Monheim fliegen, muss der Wind aus Süd-Ost bis Süd-West kommen. Das ist häufig der Fall. Trotzdem ist ein Landeanflug über Monheim selten.

Die Flugsicherung in Düsseldorf spricht von zwei möglichen Fällen, die noch zur Windrichtung dazu kommen müssen. Variante eins: Maschinen kommen aus dem Norden (etwa aus England) und fliegen auf direktem Weg Richtung Köln/Bonn. Variante zwei: Wenn zeitgleich mehre Anflüge sind ("Stau in der Luft"), muss ein Flieger einen größeren Bogen fliegen.

Warum muss der große Bogen sein? Können die Flugzeuge nicht dichter hintereinander fliegen? Nein. Zwischen Flugzeugen muss immer ein bestimmter Abstand sein. Der Grund dafür sind Wirbelschleppen. "Das sind Mini-Tornados, die sich an den Tragflächenspitzen bilden", sagt Michael Fuhrmann von der Flugsicherung. Wegen ihnen braucht man einen Sicherheitsabstand, der zwischen drei (5,5 Kliometer) und sechs Meilen (11Kliometer) liegt. Je größer die Maschine ist, desto größer muss der Abstand sein. Denn größere Maschinen produzieren größere Wirbelschleppen.

Wie hoch sind Flugzeuge über Monheim im Landeanflug? Das ist unterschiedlich. Laut Flugsicherung gab es zum Beispiel am 16. Oktober eine Maschine, die den Monheimer Süden mit einer Höhe von 1530 Metern überflog. Am 12. Oktober waren es ein Airbus-A320 aus München kommend, der in 900 Metern über der Stadt zu sehen war, und ein Ambulanz-Learjet in 1200 Metern.

Wie ist die Flugroute bei Süd-Wind? Bei Wind aus Süden ist am Köln/Bonner Flughafen in der Regel Piste 14 in Betrieb, sagt die Flugsicherung. "Das bedeutet Landeanflug aus Nordwest in Richtung Südost". Spätestens 18 Kilometer von der Landebahn entfernt, werden die Flugzeuge wie beim Reißverschlussverfahren auf die verlängerte Mittellinie der Landebahn eingedreht. Das passiert laut Flugsicherung in einer Höhe von 3000 Fuß bedingt durch die Entfernung zur Landebahn eigentlich nicht über Monheim, sondern weiter südlich bei Leverkusen. Nach dem Eindrehen fliegen die Maschinen dann mit dem Instrumentenlandesystem und sinken laut Flugsicherung in einem Winkel von drei Grad bis sie auf der Landebahnschwelle aufsetzen.

Kann man die Flugrouten verfolgen? Ja, auf der Seite der Deutschen Flugsicherung (www.dfs.de) kann man unter "Flugverläufe online" Spuren nachvollziehen. Dort kann man außerdem sehen, wie viel Verkehr gerade am Himmel ist.

Quelle: RP
 
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