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Langenfeld/Hilden
Einkochen kommt wieder in Mode

Langenfeld/Hilden. Die Regale in den Geschäften sind voll von Marmeladen-Sorten. Dennoch geht der Trend zum Eingemachten. Von Daniele Funke

Melanie Beckers ist Werkstattlehrerin für Ernährung und Hauswirtschaft am Hildener Berufskolleg und kennt sich bestens aus mit Kochen, Backen - und Einmachen. Natürlich lernen ihre Schüler im ersten Schritt die klassische Erdbeermarmelade. "Je nachdem, wie süß man es mag, gibt man Gelierzucker und Frucht im Verhältnis 1:1 bis 1:3 zusammen, kocht beides mit etwas Zitrone auf und füllt die heiße Masse dann in die Gläser", erklärt die Fachfrau.

Unlängst hat sie mit den Schülern 45 Kilo selbst gepflückte Erdbeeren verarbeitet, viele Gläschen stehen noch in der Großküche. "Das Schöne an selbst gemachter Marmelade ist einfach, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Man kann generell jedes Obst nehmen, was keinen zu hohen Wassergehalt hat, wie etwa Melone. Und dann kann nach Lust und Laune kombiniert werden", erklärt Melanie Beckers.

Auch Heike Zeppenfeld, Hauswirtschafterin an der VHS Langenfeld, kann dem Selbermachen einiges abgewinnen. "Man weiß genau, was drin ist. Allerdings muss man darauf achten, dass bei einem Mischverhältnis von weniger als 1:1 für die Haltbarkeit zusätzliche Konservierungsstoffe wie Sorbinsäure verwendet werden müssen."

Erntezeit ist Einmachzeit, das wusste schon Oma. Mittlerweile gilt dies auch für die Grillsaison. Neben Obst eignet sich auch Gemüse hervorragend für leckere Eigenkreationen, vor allem für Chutneys (Dips). "Ein Tomaten-Paprika-Salsa, eingekocht mit Gelierzucker, schmeckt süß-sauer, erinnert an Zigeunersoße. Es eignet sich als Dip zu Brot, als Dressing für Teufelssalat oder als Nudelsoße", schwärmt Melanie Beckers. Dann zeigt sie auf kleine Fläschchen mit dickflüssigem rot-orangenem Inhalt. "Das ist Limes, eine Art Likör, der mit Zucker, Wodka, Zitrone und Wasser und Obst, in diesem Fall Erdbeere, aufgekocht wird. Total lecker und vor allem ein ganz wunderbares Mitbringsel."

Das A und O beim Einkochen und Einmachen ist die Sauberkeit. "Natürlich muss darauf geachtet werden, dass die Gläser und die Deckel unbeschadet sind. Bei den Switch-off-Gläsern erkennt man es daran, dass sie sich durch das entstehende Vakuum etwas nach innen dellen", weiß Heike Zeppenfeld. Nur dann ist das eingemachte Lebensmittel lange, häufig über Jahre, haltbar. "Man sollte die Gläser dunkel und trocken lagern. Bei Marmelade verändert sich schon mal die anfangs kräftige Farbe und verblasst. Das hat aber überhaupt nichts mit abnehmender Qualität zu tun."

Melanie Beckers erzählt, dass auch junge Schülern großen Spaß beim Zubereiten haltbarer Speisen haben. "Vor allem dann, wenn sie sie als persönliche Geschenke weitergeben. Und, wenn sie ihren Eltern noch etwas beibringen können. Denn die gehören in der Regel zu der Generation, die mit Einkochen so gar nichts am Hut hatte."

Quelle: RP
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