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Langenfeld
Einst Lehrer - jetzt Minister

Langenfeld: Einst Lehrer - jetzt Minister
Herbert Reul (l.) mit David McAllister im Mai 2014 in Langenfeld. Der Leichlinger Abgeordnete und der CDU-Spitzenkandidat für Europa machten gemeinsam Wahlkampf. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Herbert Reul, in Langenfeld geboren, kann Komplexes verständlich erklären. Von Peter Clement

Es war am vergangenen Wochenende, als Herbert Reul erfuhr, dass er im Kabinett von Ministerpräsident Armin Laschet den Posten des Innenministers übernehmen soll. Kurz geschluckt habe er schon, sagte der Leichlinger jetzt im Gespräch mit der RP. Denn die Lebensplanung des 65-jährigen Europaparlamentariers hatte bis zu diesem Moment anders ausgesehen. Dann kam der Ruf aus der Landeshauptstadt - und Reul machte sich bewusst: "Wir haben jetzt fünf Jahre Zeit, dem Wähler zu beweisen, dass er mit seinem Regierungsauftrag an uns richtig gelegen hat. Da müssen wir die Besten ins Rennen schicken." Wenn ihm in dieser Situation sein Parteifreund Laschet den Innenministerposten anbiete, "ja dann kann ich doch nicht sagen - ,schön, aber ich habe was anderes vor'. Wenn man etwas verändern will, muss man Verantwortung übernehmen." Gerade das Thema Innere Sicherheit ist Reuls Erfahrung nach für die Menschen im Land so wichtig, "dass ich diese Verantwortung sehr gerne übernehme."

"Für Leichlingen in Europa" - mit diesem Slogan hatte Herbert Reul im Europawahlkampf geworben. In Langenfeld, wo er am 31. August 1952 geboren wurde, hatte er im Mai 2014 einen Auftritt mit dem CDU-Spitzenkandidaten, dem früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister. Jetzt steht fest: Der Arbeitsort des bergischen CDU-Politikers ist künftig nicht mehr Brüssel oder Straßburg, sondern Düsseldorf. Die Familie stehe voll hinter seiner Entscheidung. Und in einem Punkt werde sie wohl sogar gegenüber der EU-Zeit profitieren, sagt Reul: "Ich bin künftig vermutlich mehr zu Hause."

Dass der 64-jährige Leichlinger den Job gut ausfüllen wird, davon ist sein politischer Weggefährte Rainer Deppe überzeugt: Reul sei erfahren und durchsetzungsstark. "Das kann für die Sicherheit im Land nur gut sein", sagt der Landtagsabgeordnete. Reul selbst wiederum lobt seinen künftigen Staatssekretär - den Kölner Polizeipräsidenten Jürgen Mathies: "Diese Berufung ist sowohl für mich als auch für das Land NRW ein absoluter Glücksfall."

Sein 2003 angetretenes Amt als CDU-Bezirkschef will der Christdemokrat, der seine politische Karriere 1975 im Leichlinger Stadtrat begann, behalten. Und auch den Fokus von Europa zurück auf NRW zu richten, dürfte ihm nicht schwerfallen. Von 1991 bis 2003 war er Generalsekretär der CDU NRW, seit 1987 Mitglied des Landesvorstands der Partei.

Eine seiner Stärken ist das verständliche Aufbereiten komplexer Sachverhalte. Da wirkt sein "bürgerlicher Beruf" vermutlich bis ins Ministeramt nach: Von 1981 bis 1985 arbeitete Herbert Reul als Lehrer.

Quelle: RP
 
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