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Langenfeld
Elektroautos sollen gratis parken dürfen

Langenfeld: Elektroautos sollen gratis parken dürfen
FOTO: Stadtverwaltung Langenfeld
Langenfeld. Zusätzlicher Anreiz geplant für die vom Rathaus ausgegebene Devise "1000 E-Autos für Langenfeld bis zum Jahr 2022". Von Stephan Meisel

Elektroautos sollen in Langenfeld demnächst nicht nur auf die Überholspur kommen, sondern auch gratis in der Innenstadt parken dürfen. Im Zuge des von Bürgermeister Frank Schneider zum Jahresanfang ausgerufenen Projekts "1000 Elektroautos für Langenfeld bis zum Jahr 2022" sollen die Stadtpolitiker jetzt einen besonderen Anreiz schaffen: Wer auf ein E-Auto umsteigt, soll in Kürze keinen Parkschein mehr aus dem Automaten ziehen müssen. Am Donnerstag beraten die Stadtpolitiker im Planungs- und Umweltausschuss über diesen Verwaltungsvorschlag, am 29. September entscheiden sie hierüber in der Ratssitzung.

Schneider möchte nach eigenen Worten Langenfeld zu einem "Vorreiter für diese Zukunftstechnologie" machen. Kurz bevor der Bürgermeister mit seiner Neujahrsansprache die Offensive startete, ergab eine Zählung in Langenfeld nach Angaben des städtischen Klimaschutz-Koordinators Jens Hecker insgesamt 22 E-Autos; außerdem 72 Hybridautos, die zusätzlich zum Elektromotor fürs Aufladen während der Fahrt noch einen benzinbetriebenen Verbrennungsmotor unter der Haube haben.

Hecker schätzt, dass es mittlerweile im Stadtgebiet etwa 30 E-Autos gibt. "Von dem vorgeschlagenen Gratis-Parken erwarte ich nicht, dass sich 1000 Langenfelder deswegen sofort ein solches Fahrzeug kaufen. Aber mit diesem Anreiz und vielen weiteren Bausteinen wollen wir diesem Ziel Stück für Stück näher kommen." Vorausgesetzt, die Politiker stimmen dem Vorschlag zu, dann können sich Besitzer eines E-Autos eine bereits entworfene Plakette (siehe rechts) gratis im Rathaus abholen. "Sie müssen sie gut sichtbar von innen an die Scheibe kleben, so dass Ordnungskräfte das Elektroauto als solches erkennen - was bei vielen Modellen ansonsten nicht einfach ist." Tiefgaragen, Parkhäuser und sonstige mit Schranken versehene Parkflächen seien hingegen vom Gratis-Parken ausgenommen. "Der technische Aufwand mit Extra-Karten wäre doch zu groß."

Die politischen Gremien dürfte dieser Vorschlag passieren. Seitens der CDU-Mehrheitsfraktion bekundete deren Vorsitzender Jürgen Brüne bereits Zustimmung. "Wir sind dafür, Elektroautos zu fördern. Das ist ein Beitrag dazu."

Dreimal hat nach Schneiders Angaben bislang eine im Frühjahr gebildete Arbeitsgruppe "E-Mobilität" getagt, in der Rathaus, Stadtwerke, Sparkasse, Handel, Wirtschaft und bei diesem Thema ambitionierte Bürger vertreten sind. "Ein Thema war der weitere Ausbau von Lademöglichkeiten für Elektroautos." Zusätzlich zu den Ladestationen in der Stadtmitte und in den beiden neuen Gewerbegebieten Reusrath-Nordwest und Am Solpert sei eine weitere solche Säule auf dem Parkplatz des S-Bahnhofs vorgesehen. Außerdem werbe die Arbeitsgruppe bei Unternehmern und Supermarktbetreibern dafür, ihren Angestellten beziehungsweise Kunden das Aufladen auf dem Firmenparkplatz zu ermöglichen. Schneider: "Allerdings ist die Ladeinfrastruktur erst einmal nachrangig, da Elektroautos in der Regel über Nacht zu Hause aufgeladen werden."

Quelle: RP
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