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Monheim
Entscheidung über Abriss Lottenschule aufschieben

Monheim: Entscheidung über Abriss Lottenschule aufschieben
Aus dem Rat kam auch schon der Vorschlag, den gußeisernen Schriftzug der Lottenschule auf jeden Fall zu erhalten. FOTO: Schule
Monheim. Werner Goller (SPD) will heute im Monheimer Rat beantragen, den Denkmalwert der Lottenschule prüfen zu lassen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Der Denkmalwert des Gebäudes der Lottenschule soll geprüft und für die Dauer des Verfahrens jede Entscheidung bezüglich eines Abrisses zurückgestellt werden. Dies will die SPD-Fraktion heute im Rat beantragen.

Der Rat sei die falsche Adresse, darüber befinde die Untere Denkmalbehörde, sagt Lisa Pientak. Die Peto-Fraktionsvorsitzende glaubt indes nicht, dass dieser Zweckbau denkmalwert sei. Als ehemalige Lottenschülerin habe sie zwar auch erstmal geschluckt, als das Thema Abriss aufkam: "Aber wir wollen lieber eine funktionsfähige Schule mit hellen, großen Klassenräumen."

Da im Rat zunächst nur über den Planungsauftrag für das neue Schulgebäude abgestimmt werden soll, könne er sich vorstellen, dass seine Fraktion den SPD-Antrag unterstützt: Beides könne zeitlich parallel laufen, sagt Markus Gronauer (CDU). Er sehe, dass viele Monheimer sich dort verwurzelt fühlten. Die emotionale Bindung sei ähnlich eng wie die der Baumberger an das alte Schulgebäude der Kniprode-Schule. Dennoch habe man deren Ersatz durch einen Neubau zugestimmt. Und während dieses durch seine Lage sehr ortsbildprägend gewesen sei, liege die schöne Ansicht der Lottenschule eher versteckt zum Hof hin. Seine Fraktion habe deren Abriss zugestimmt, da das Konzept für den Neubau im engen Einvernehmen mit der Schulgemeinde entwickelt wurde. "Ein Mehr an Beteiligung geht kaum."

"Wir liegen dem Schulträger seit zehn Jahren in den Ohren, dass hier nichts mehr geht. Jetzt freuen wir uns auf das schöne, neue Gebäude", sagt Leiterin Elisabeth Nolting. Und den Standort im Stadtzentrum wolle man um keinen Preis aufgeben.

In der Fraktion bedaure man den Abriss, bewerte aber die Schaffung optimaler Unterrichtsräume als höheres Gut, sagt Manfred Poell (Grüne). "Schön wäre, wenn man den Fassadenstein oder Formen, wie die Rundtürme, im Neubau aufnehmen könnte. Als Architekt finde ich das städtische Konzept aber plausibel." Allein, wenn man das Gebäude dämmen wollte, wäre der Charme der Backsteinfassade dahin. Ein Umbau wäre mutmaßlich finanziell aufwändiger, ohne zufriedenstellende Ergebnisse zu bringen. Eine etwaige Verzögerung durch ein Verfahren, das Bauwerk unter Schutz zu stellen, fände er eher schädlich.

Normalerweise dauert ein solches Verfahren drei bis sechs Monate, erklärt Heinrich Walgern, wissenschaftlicher Referent beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege. In der Regel nehme die Inventarisierung anhand alter Fotos und Bauakten eine Ersteinschätzung vor. Wenn diese negativ ausfällt, habe sich der Fall erledigt. "Der Denkmalwert alter Schulen wird oft hinterfragt, weil die Gebäude sehr öffentlichwirksam sind und viele Menschen angehen." Sie seien daher nicht nur architekturhistorisch zu betrachten, sondern auch ortsgeschichtlich. "Letzterer Aspekt entzieht sich aber unserer Bewertung. Das kann nur die Gemeinde selbst beurteilen." Die Behörde würde sich dann einer Eintragung in die Denkmalliste anschließen.

Quelle: RP
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