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Langenfeld
Er gibt seinem Team den Takt vor

Langenfeld: Er gibt seinem Team den Takt vor
Mit dem Orchester Concerto Langenfeld probten der neue Dirigent Felix Koltun (26) und die 15-jährige Solistin Meike Vogt im Café des CBT-Hauses für den gemeinsamen großen Auftritt am 18. November in der Stadthalle. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Felix Koltun (26) ist der neue Dirigent des Orchesters Concerto Langenfeld. Am 18. November erster großer Auftritt. Von Isabel Klaas

Konzert-Proben sind harte Arbeit. Bis Tempi, Pausen und Einsätze stimmen, bedarf es feinster Ohren und höchster Konzentration sowie eines versierten Dirigenten. Mit dem "Adante e Rondo ungarese" von Carl Maria von Weber hat sich das Orchester Concerto Langenfeld kein leichtes Musikstück ausgesucht. Da gerät der neue junge Dirigent Felix Koltun aus Köln mitunter ins Schwitzen. Gerade mal acht Proben im Café des CBT-Hauses hat er mit dem Amateur-Sinfonieorchester hinter sich. Und am 18. November soll in der Langenfelder Stadthalle schon der erste Auftritt mit vier klassischen Stücken sein.

Koltun ist mit Kopf und Herz bei der Sache, um die 30 Musiker des Orchesters zur gemeinsamen Höchstleistung zu bringen. Gerade mal 26 Jahre alt ist der Student der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und studiert im fünften Semester Dirigieren. Sein Habitus und seine Gesten wirken schon sehr professionell und selbstbewusst. Kleine Unsicherheiten überspielt er mit Charme. Koltun ist der Nachfolger von Lautaro Mura, der sein Studium beendet und eine Festanstellung in Frankfurt bekommen hat.

Koltun will nach eigenen Angaben mindestens bis zum Ende seiner eigenen Studienzeit - in drei Semestern - und vielleicht sogar noch darüber hinaus beim Concerto Langenfeld bleiben. Dass die 35 Musiker sehr altersgemischt sind - von 13 Jahre bis über 80 - betrachteter als Geschenk. "Jeder hat seine eigene Erfahrung gemacht, das gibt eine breite Mischung und schöne Vielfalt. Das Klima ist gut, und es macht mir großen Spaß hier."

Oft fordert er die Musiker zum gemeinsamen Atmen beim Tempowechsel oder zu Beginn der Stücke auf. "Das ist sehr wichtig, gerade zum Anfang", erklärt Koltun. Und: "Die Ohren des Dirigenten sind unverzichtbar." Auch wenn ein Teil des Orchesters um ein Beträchtliches älter ist als der junge dynamische Mann am Dirigentenpult: Sie mögen ihn und hören auf ihn. "Ich will hier keinem das Spielen seines Instrumentes beibringen. Ich bin für das Miteinander da so wie ein Trainer beim Fußball-Team ungefähr."

An diesem Abend gibt es noch einen Newcomer im Orchester: die 15-jährige Solistin Meike Vogt aus Langenfeld, die die Bratsche spielt und beim Adante e Rondo ungarese den Solo-Part übernimmt. 2016 hat Meike den dritten Preis beim Wettbewerb "Jugend musiziert" gemacht. Und der hat ihr für zwei Jahre ein Instrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds als Leihgabe beschert: eine Bratsche von 1780. Die hütet Meike wie ihren Augapfel und entlockt ihr die schönsten Töne. Schon vor zwei Jahren hatte die Schülerin des Bonhoeffer-Gymnasiums in Hilden einen Auftritt mit dem Concerto Langenfeld. "Die Leute hier sind besonders nett", sagt sie.

Begleitet wird sie am Probenabend von ihrer Mutter und der Musiklehrerin aus Solingen, Susanne Imhof. Sie bescheinigt der jungen Bratschistin Talent, eine vorbildliche Arbeitsdisziplin und hohe Konzentration. Auch Felix Koltun lässt sich von Imhof bei den Proben gerne beraten.

Denn schließlich soll sein erster komplett dirigierter Konzert-Abend in der Stadthalle ein Erfolg werden. Von eigenen Interpretationen hält Koltun nicht viel. "Es steckt alles in den Noten. Ich versuche den Kompositionen so nahe zu kommen, wie sie der Komponist gemeint hat. Und darin steckt eine große Verantwortung", erklärt er. Da darf man dann auch als angehender Profi schon mal angestrengt sein. "Kunst ist nie leicht."

Quelle: RP
 
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