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Langenfeld
Es fehlen kleine, preiswerte Wohnungen

Langenfeld: Es fehlen kleine, preiswerte Wohnungen
Doppel- und Sechsfamilienhäuser entstehen zurzeit am Eckener Weg, wo zuvor die Pohlmann-Sauna stand. FOTO: MATZERATH
Langenfeld. Gutachter Gewos legt Wohnungsmarktuntersuchung vor. Am 17. März beraten die Stadtpolitiker über Empfehlungen. Von Stephan Meisel

Zehn Eigenheime und vier Sechsfamilienhäuser werden zurzeit am Eckener Weg errichtet, Mitte 2016 soll alles fertig sein. Auch an anderen Stellen in Langenfeld entstehen zurzeit und in Kürze neue Siedlungen. Das ist auch nötig, zeigt eine umfassende Wohnungsmarktuntersuchung für Langenfeld. Nach über einjähriger Arbeit hat das von der Stadt beauftragte Gewos-Institut (Berlin) jetzt sein Gutachten vorgelegt. Es kommt zu dem Schluss, dass für einen entspannten Markt in Langenfeld in den nächsten 15 Jahren etwa 2000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden müssten. Dabei zeichne sich ein Mangel an kleinen, preisgünstigen Appartements ab. Am Dienstag beraten die Stadtpolitiker öffentlich (18 Uhr, Bürgersaal, Rathaus) über das Gutachten.

Insgesamt sei das Verhältnis des Angebots zum Bedarf einigermaßen ausgeglichen, hatte Gewos-Mitarbeiter Daniel Hofmann nach Erhebung der Basiszahlen festgestellt. Dabei überraschte er den Langenfelder Planungsamtsleiter Stephan Anhalt mit der Aussage, dass von knapp 28 000 Wohneinheiten mehr als die Hälfte (nämlich 52 Prozent) vermietet seien.

Hier Kernaussagen und Empfehlungen des Gutachtens:

Bautätigkeit Bis 2013 verharrte sie laut Gewos mangels verfügbarer Flächen auf einem niedrigen Niveau. Doch die mehreren hundert zurzeit geplanten oder bereits begonnenen Neubauwohnungen und Eigenheime entspannten die Lage.

Preisniveau Während die Preise für Wohneigentum in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind, stagnierten die Mieten weitgehend. Es gibt 1015 Sozialwohnungen, deren Bestand verringere sich in den kommenden Jahren auf 910. Doch mit dieser Abnahme um zehn Prozent liege Langenfeld unter den Werten der Nachbarstädte Monheim (-24%) und Hilden (-26%).

Zusätzlicher Bedarf bis 2030 Gewos nennt drei Varianten: Bei etwa gleichbleibender Einwohnerzahl (59 000) und ganz geringem Leerstand (2%) für kurzfristige Um- und Zuzüge sei der Bau von mindestens 1900 Wohnungen und Eigenheimen nötig. 2400 müssten es bei einem Überhang von 4% sein, der für einen dann geringeren Wettbewerbsdruck erwünscht sei. Um Zuzüge aus dem Raum Köln/Düsseldorf zu ermöglichen, sei ein Zuwachs von mehr als 2400 Wohneinheiten nötig. So oder so bestehe ein Zusatzbedarf an 70 kleinen, preisgünstigen Wohnungen für Singles, Alleinerziehende und Seniorenhaushalte.

Reaktionen "Wir sind auf dem richtigen Weg", befand der städtische Chefplaner Ulrich Beul nach Lektüre der Gewos-Untersuchung. "Deswegen haben wir für den Regionalplan entsprechende Bauflächen vorgeschlagen und setzen zusätzlich auf die Verdichtung im Stadtgebiet." Die für Soziales zuständige Erste Beigeordnete Marion Prell bezeichnete die Aussagen über stagnierende Mieten und einen zurzeit entspannten Markt als "wichtige Fakten". Das Problem sei, dass kaum jemand aus einer Sozialwohnung ausziehe, auch wenn sich seine finanzielle Situation verbessert habe. Als wichtig im Hinblick auf die Volksalterung bezeichnete Prell den von Gewos empfohlenen Bau kleiner, preisgünstiger Wohnungen. Dies hält auch Mieterbund-Vorsitzender Dr. Norbert Friedrich für dringend geboten. Bauunternehmer und Makler Guido Boes bezeichnete es aufgrund der erkennbaren Nachfrage für wichtig, weitere Flächen für den Bau von Einfamilienhäusern auszuweisen.

Quelle: RP
 
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